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Sylt : Ehrenbürger: List und der lange Schatten des Adolf Hitler

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Gemeinde List hat Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde aberkannt.

Deutschlands nördlichste Gemeinde ist um einen Bürger geschrumpft. In diesem Fall ist jedoch nicht der Zensus schuld an dem Bürgerschwund, sondern ein historischer Beschluss der Gemeindevertreter: Einstimmig wurde am Donnerstag Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde List aberkannt.

„Es ist spät, aber nicht zu spät“, kommentierte Bürgermeister Wolfgang Strenger den geschichtsträchtigen Tagesordnungspunkt. Die andauernde Ehrenbürgerschaft des Reichskanzlers und obersten Nazis Adolf Hitler, war nicht etwa durch einen zufälligen Blick in das Archiv aufgefallen, sondern der Gemeinde von Außen mitgeteilt worden. „Am 24. August haben wir ein Schreiben der Interessengemeinschaft der Erforschung des Nationalsozialismus auf Sylt erhalten, in dem wir über diesen Umstand informiert wurden.“

Die Auseinandersetzung mit diesen Relikten der Inselgeschichte beschäftigte auch schon die Gemeinden Kampen und Westerland. So war Adolf Hitler auch in Westerland Ehrenbürger – obwohl er Sylt nie gesehen hatte. Der Diktator hatte sein Kommen zwar für 1934 angekündigt, ließ den Inselbesuch wegen des Röhm-Putsches jedoch ausfallen. Erst 1999 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft von der Stadt Westerland posthum entzogen.

In vielen deutschen Gemeinden wurden Nazigrößen direkt nach Ende des zweiten Weltkrieges die Ehrung aberkannt – doch wie der Fall von List zeigt, ist der lange Schatten des Diktators gelegentlich bis heute sichtbar.

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erstellt am 28.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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