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Sylter Ehrenamtsmesse : Ehrenamtler appellieren ans Land

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Kritische Töne auf der vierten Sylter Ehrenamtsmesse: Engagement funktioniert nur, wenn auf Sylt die Strukturen geschützt werden, so die Veranstalter.

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erstellt am 10.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Die lebendige, vielfältige und spannende Landschaft des Sylter Ehrenamts, lobte die Landtagsabgeordnete Gitta Trauernicht in ihrem Grußwort am Sonntag im Congress-Centrum Sylt. Dass das Angebot, das die 50 anwesenden Sylter Vereine vorstellten, beeindruckend war, stand nach einem kurzen Überblick über die bunten Stände fest. Doch der Schutz des Ehrenamts ist nicht das, was sich die Sylter Vereine von den Landtagsvertretern in Schleswig-Holstein am dringlichsten wünschen, stellte Organisatorin Jali Schneider klar: „Wir legen Wert darauf, dass das Land uns Schutz unserer Strukturen bietet!“ Den Strukturen, wie beispielsweise Schulen, die viele Ehrenämter auf Sylt erst notwendig machen: „Was wird sonst in zehn Jahren, wenn hier höchstens nur noch Ehrenamt für eine vergreiste Insel stattfinden kann?“

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der sorgenvollen Untertöne, die in Gesprächen der rund 2500 Messebesucher am Sonntagnachmittag mitklangen, ging das Konzept des Kennenlernens und Vernetzens auf: „Beispielsweise haben Lebenshilfe und MS-Gruppe zueinander gefunden“, berichtete Schneider, „es sind ganz viele neue Ideen und Projekte entstanden.“

Und noch gibt es auch potenziellen insularen Nachwuchs, den die Vereine beeindrucken können. Eindrucksvoll zeigte sich das beispielsweise an der Miniaturlandschaft den der Märklin-Insider-Stammtisch aufgebaut hatte: Neben den älteren Eisenbahnfreunden hingen viele kleine Nachwuchs-Lokführer über den Schienen und ließen sich nur unter Protest wieder weg führen. Für die Märklin-Freunde, die zum ersten Mal auf der Messe vertreten waren, eine gute Gelegenheit, die Liebe zur Miniaturbahn weiter zu geben.

Mit einem ganz aktuellen Thema vertreten waren auch die Frühen Hilfen: Hier versuchten Jutta Ringele von der Diakonie und AWO-Vorsitzende Annkatrin Lass-Lentzsch, Ehrenamtler zu finden, die aushelfen, wenn werdende Sylter Mütter vor der Geburt längere Zeit auf dem Festland sein müssen. Damit die Geschwisterkinder in dieser Zeit betreut werden können, werden Menschen gesucht, die zeitweise zur Kinderbetreuung einspringen können.

Bei einem ganz anderen aktuellen Thema konnte Wiebke Bleicken vom Hegering Aufklärung leisten: Neben Atrappen von Dachs und Co. war an ihrem Stand auch Aufklärungmaterial in Sachen Sylter Seehunde zu finden – auf das Schießen der kranken Tiere werden auch die insularen Jäger in jüngster Zeit häufig angesprochen. Die 28-jährige Morsumerin freute sich über die vielen interessierten Besucher und über die große Vielfalt, die die Messe ihnen bot: „Wie viele hier auf der Insel ein Ehrenamt ausüben, ist doch sagenhaft.“ Dass dieser Satz auch noch auf der 14., 24. und 34. Ehrenamtsmesse fallen kann – dieser Wunsch einte Veranstalter und Besucher.

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