Standesamt : Ehe-Boom und Baby-Flaute

Luna Soraya Scheel aus Westerland, geboren am 22. Dezember um 18.20 Uhr, 51 Zentimeter, 3370 Gramm. Foto: sr
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Luna Soraya Scheel aus Westerland, geboren am 22. Dezember um 18.20 Uhr, 51 Zentimeter, 3370 Gramm. Foto: sr

Die Zahl der Eheschließungen steigt unverändert an, die der Geburten nimmt stetig ab: Gestern wurden im Sylter Standesamt die Akten weggeräumt. Amtsleiterin Gabriele Bastians zieht die Bilanz für 2008.

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08. Januar 2009, 10:25 Uhr

Westerland | 22 Ordner voller Eheschließungen, drei mit Sterbefällen und gerade mal zwei mit Unterlagen zur Geburt von Nachwuchs-Syltern… Im Westerländer Standesamt machten gestern die Akten des abgelaufenen Jahres Platz für ihre Nachfolger.

Während Leiterin Gabriele Bastians Ordnerstapel aus ihren Büro trägt und in einen Lager-Schrank einräumt, berichtet sie von der Bilanz des vergangenen Jahres: Die Zahl der Eheschließungen und der Lebenspartnerschaften gleichgeschlechtlicher Paare nahm weiter zu (819 im Vergleich zu 785 im vergangenen Jahr). Die Sterbefälle blieben im Durchschnitt konstant: 218 in 2008 gegenüber 229 in 2007 und 208 im Jahr 2006.
Weniger als 100 Neugeborene
Einzig die Zahl der Neugeborenen sank auf einen weiteren Tiefststand: Nicht einmal mehr 100, sondern nur noch 94 Kinder erblickten in 2008 auf Sylt das Licht der Welt. Im Vorjahr gab es noch 102 Geburten und in 2006 kamen hier 108 Babys zur Welt. Die beliebtesten Namen für die neuen Erdenbürger waren Hannah, Johanna und Lilly sowie Louis, Luca (war 2006 der meist vergebene Jungenname) und Alexander. Sie lösen die Vorjahres-Spitzenreiter Christina, Isabel und Marie beziehungsweise Tim, Ben, Brian und Felix ab.

"Das Gros unserer Arbeit betrifft Trauungen von Auswärtigen, die lieber an ihrem Urlaubsort als zu Hause heiraten möchten", erklärt Bastians. Bei 75 bis 80 Prozent der Hochzeiten, die beispielsweise im Sylter Rathaus, auf dem Hörnumer Leuchtturm, im Keitumer Heimatmuseum oder auf einem Schiff vor der Insel stattfinden, sind Urlauber die beiden Hauptakteure.
Ehepaare steuerlich besser gestellt

Das mache es für die Sylter Standesbeamten von der erforderlichen Vorarbeit her ein bisschen einfacher, weil notwendige Unterlagen großteils von den jeweiligen Heimat-Standesämtern geschickt würden. "Aber dafür ist dann häufig die Terminabsprache am Telefon ein bisschen aufwendiger", lacht Bastians. Keinen Unterschied mache es dagegen, ob eine Lebenspartnerschaft eingetragen oder eine Ehe im klassischen Sinne geschlossen werde: "Die Vorbereitungen dafür sindmehr oder weniger gleich. Nur die Auswirkungen sind unterschiedlich, weil Ehepaare steuerlich besser gestellt werden."

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