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Azubis im Interview : Durchs Bauchgefühl ins Miramar

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der letzten Folge der Serie „Hier lerne ich gern“ – Sylter Azubis im Interview, berichtet heute Jung-Koch Torben Hülsen über seine Ausbildung im Hotel Miramar.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Zum Abschluss unserer Serie stellen wir Torben Hülsen (19) vor. Er kam vor mehr als drei Jahren aus Schleswig, um im Westerländer Hotel Miramar seine Ausbildung zum Koch anzutreten. Mittlerweile hat er ausgelernt, lebt in Tinnum und blickt als Jung-Koch zurück auf seine Lehrjahre.


Warum haben Sie sich für diese Ausbildung entschieden?
Für mich war ganz klar, dass ich Koch werden will, denn am Herd zu stehen, hat mir schon immer viel Spaß gemacht.


Welchen Einfluss hatten Elternhaus, Schule oder Medien auf Ihre Berufswahl?
Vielleicht liegt das „Koch-Gen“ ein wenig in unserer Familie, denn mein Onkel ist auch Koch. Der hatte mir zwar davon abgeraten, in seine Fußstapfen zu treten, aber ich wollte es trotzdem.


Wie entscheidend war für Sie die Lehrstelle in diesem Betrieb?
Ich habe damals von Schleswig aus sehr viele Bewerbungen geschrieben und abgeschickt - und einige davon nach Sylt. Aber nur an jene Häuser, die mir im Internet am besten gefallen hatten, denn ich hatte ganz gezielt nach einer Ausbildung in der gehobenen Gastronomie gesucht.

Hätten Sie den Beruf auch ergriffen, wenn Sie nicht hier hätten lernen können?
Ja, ganz sicher. Ich hatte mehrere Zusagen bekommen und mich dann ganz von meinem Bauchgefühl leiten lassen und mich für das Miramar entschieden, wo ich auch gleich ein vierwöchiges Praktikum zum Probearbeiten machen konnte.


Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihre Lehrstelle auf Sylt ist?
Eigentlich stand der Beruf an erster Stelle, der Standort Sylt war eine schöne Zugabe. Schließlich hat die Gastronomie der Insel einen sehr guten Ruf, und hier ausgebildet zu werden, ist auf jeden Fall von Vorteil.


Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu den Ausbildern beschreiben?
Als ich hier anfing, hatte ich schon ziemlich großen Respekt vor dem Küchenchef Frank Pellin, der schon seit 14 Jahren hier ist und selbst auch hier gelernt hat. Mittlerweile ist unser Verhältnis eher freundschaftlich und auch zur Familie Kreis, der das Miramar gehört, habe ich ein sehr angenehmes Verhältnis.


Wie unterstützt Ihr Lehrbetrieb Ihre Ausbildung?
In der Küche zählt vor allem die Praxis und die kommt nur, wenn man von Anfang an selbstständig arbeitet. Schon den Azubis wird viel Verantwortung auferlegt, denn sie müssen alles für den nächsten Tag vorbereiten, damit der Koch sich nicht mit Kleinigkeiten wie Gemüse putzen aufhalten muss und gleich richtig arbeiten kann. Nur, wenn die Azubis gut vorgearbeitet haben, funktioniert der Betrieb in der Küche reibungslos. Und dadurch, dass wir verschiedene Posten – wie kalte Küche, Dessert, Fisch & Fleisch sowie Saucen, Suppen & Beilagen – durchlaufen haben, konnten wir viel Erfahrung sammeln. Gelegentliche Seminare, wie die Hygieneschulung, Produktpräsentationen oder Berufswettkämpfe wie die Sylter Auster bringen zusätzliches Wissen.


Wie würden Sie das Betriebsklima beschreiben?
Das ist sehr angenehm. Gerade in der Küche sind wir ein eingeschworenes Team, das sich auch nach Feierabend im Mitarbeiterhaus trifft und gemeinsam etwas unternimmt.


Wie empfinden Sie Ihre Arbeitszeiten?
Die sind für einen Koch ganz normal. Als Azubi hatte ich eine Fünf-Tage-Woche und habe von 6 bis 15 Uhr oder von 8 bis 17 Uhr gearbeitet, jetzt als Jung-Koch habe ich meist Teildienst, der von 8 bis 12 und dann wieder von 17 bis 22 Uhr geht und zwar bei einer Sechs-Tage-Woche.

Was macht Ihnen am meisten Spaß?
Erstaunlicherweise koche ich auch nach Feierabend immer noch gerne für mich selbst und probiere viele neue Rezepte aus. Schon als Azubi durften wir unsere Ideen in das täglich wechselnde Drei-Gänge-Menü einbringen und auch mal eigene Kreationen servieren, wie damals meine Matjes-Zucchini-Roulade an Apfel-Gurken-Creme. Ansonsten fühle ich mich auf meinem Beilagen-Posten jetzt sehr wohl, denn er ist abwechslungsreich und anspruchsvoll.


Welche Fortbildungs- und Aufstiegschancen haben Sie?
Im Moment bin ich ja Jung-Koch. Nach einer Weile im Job werde ich Geselle und kann dann weiter aufsteigen, zum Beispiel zum Sous-Chef.


Was ist das Besondere an Ihrem Ausbildungsbetrieb?
Das Besondere am Miramar ist sicher seine Lage direkt am Meer. Außerdem ist es ein Haus mit Geschichte und Tradition und man findet auf unserer sehr umfangreichen Speisekarte noch klassische Gerichte, wie Chateaubriand, flambierte Crêpe Suzette oder Boeuf Stroganoff. Hier wird auf sehr hohem Niveau gekocht, aber ohne den Druck eines Sternebetriebs – das ist schon sehr besonders.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Im Moment bin ich zufrieden, so wie es ist. Später würde ich gerne noch andere Häuser kennen lernen, Sous-Chef werden und dann eventuell doch den Sprung in die Sternegastronomie wagen.


D

as sh:z Medienhaus Sylt wünscht allen Sylter Azubis eine erfolgreiche Zukunft und bedankt sich bei allen, die diese Serie möglich gemacht haben!




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