Sylter Feuerwehren : Düstere personelle Prognose

Das neue Löschfahrzeug der Rantumer Feuerwehr wurde im September durch Wehrführer Thomas Nissen (li.) und Bürgermeister Nikolas Häckel (2.v.l.) in Dienst gestellt.
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Das neue Löschfahrzeug der Rantumer Feuerwehr wurde im September durch Wehrführer Thomas Nissen (li.) und Bürgermeister Nikolas Häckel (2.v.l.) in Dienst gestellt.

Rantums Wehrführer Thomas Nissen fordert neue Wege, um auch künftig einen reibungslosen Ablauf in den Sylter Wehren sicher zu stellen

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23. Januar 2018, 05:26 Uhr

„2017 war das gelungenste Feuerwehrjahr in der Wehrgeschichte“, fasste Wehrführer Thomas Nissen die Geschehnisse des vergangenen Jahres in der jüngsten Sitzung zusammen. Zur Jahreshauptversammlung kamen 24 aktive Feuerwehrleute, drei Zweitmitglieder und zwei Ehrenmitglieder. Die Rantumer zählten am 31. Dezember 2017 30 aktive Mitglieder (25 Männer, fünf Frauen), außerdem sechs Ehrenmitglieder und 88 fördernde Mitglieder. Verstärkung gibt es durch fünf Kameraden anderer Wehren mittels Zweitmitgliedschaft. Die Wehr wurde 2017 zu 29 Einsätzen gerufen, davon 13 Brandeinsätze, 11 technische Hilfeleistungen und fünf Alarme von Brandmeldern – damit gab es fünf Einsätze mehr als in 2016.


„Ohne Schnickschnack, absolut zweckmäßig“

28 Dienstabende und 24 weitere Dienste wie die Begleitung des Biike-Umzugs verbrachte die Truppe gemeinsam. Inklusive weiterer Termine wie Besuchen von Fachausschüssen, Sitzungen und Infoveranstaltungen kam die Feuerwehr auf einen vollen Kalender mit 175 Terminen. Ein Höhepunkt des vergangenen Feuerwehrjahres war das neue Löschfahrzeug, das im September feierlich in Dienst gestellt wurde. „Ein Fahrzeug ohne Schnickschnack, aber absolut zweckmäßig – und das zähle“, so Thomas Nissen.

Die Planung zur Überarbeitung und Instandsetzung des Löschfahrzeugs 16 für 2018 laufe. „Mit den Maßnahmen können wir dessen ‚Lebensdauer‘ von 2023 auf 2028 verlängern.“ Im Gerätehaus konnten 2017 alle Wartungsarbeiten und notwendigen Prüfungen durchgeführt werden. „Wir wünschen uns noch einen Carport-Anbau, um Geräte und Werkzeug besser lagern zu können. Außerdem braucht der Anhänger zur Brandschutzerziehung ein Dach über dem Kopf.“ Im Augenblick sei dieser noch in der ISTS-Betriebshalle in Rantum untergebracht.

Der Feuerwehrball im Februar, die Feuerwehrtour im März, wie auch der Tag der offenen Tür im August fanden großen Anklang und wurden mit beispiellosem Engagement vorbereitet. „Vielen Dank an die Organisatoren und zahlreichen Helfer aus dem Freundes- und Familienkreises der Feurwehr!“

Mit Blick auf die kommenden Jahre gab Rantums Wehrführer eine düstere Prognose ab: „Die personellen Entwicklungen in den Wehren werden uns zunehmend Probleme bereiten. Es wird immer schwieriger, alle Positionen zu besetzen. Es bedarf in naher Zukunft anderer, neuer Wege, um einen reibungslosen Ablauf in den Wehren sicher zu stellen.“ Mitgliederwerbung, wie es die Rantumer mittels eines Infoflyers seit letztem Jahr machen, stoßen auf wenig Resonanz in der Bevölkerung. „Wir sind, was das angeht, an unsere Grenzen gekommen.“ Nissen fordere die Verantwortlichen aus Gemeinde, Verwaltung, Ordnungsbehörde und Wehren auf, in die Planung einzusteigen, bevor es zu spät sei.

„Ich bedanke mich bei allen Kameradinnen und Kameraden für ihren ehrenamtlichen, nicht selbstverständlichen, aber immer hochmotivierten Einsatz“, betonte Nissen abschließend. „Vielen Dank außerdem für die Vorstandsarbeit an Florian Kröger und Kim Frank, die jetzt leider aus dem Vorstand ausscheiden.“ Der Wehrführer lobte außerdem die Zusammenarbeit bei Einsätzen und Übungen mit den anderen Insel-Wehren: „Wir können uns immer aufeinander verlassen.“



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