Dünen als Rhomben, Federn als Runen

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Inselmalerin Maria Traud zeigt in der Stadtgalerie Sylt in geometrischen Formen

shz.de von
03. September 2013, 00:33 Uhr

Bei der Eröffnung der Jahresschau mit den Werken der Inselmalerin 2013 am Sonntagabend in Westerlands Stadtgalerie Alte Post war zwar der gesamte (weibliche) Vorstand der Sylter Kunstfreunde anwesend. Die Inselmalerin Carmen Maria Traud allerdings, auf die mancher Besucher mit Fragen zu ihrer Arbeit auf Sylt und vor allem zum künstlerischen Ergebnis gehofft hatte, fehlte krankheitsbedingt. So kam es einzig zu einem Gruppenbild ohne Dame.

Der Zugang zu den präsentierten Werken fiel manchem Besucher (zunächst) nicht leicht. „Das soll etwas mit Sylt zu tun haben?“ wurde mehr als einmal gefragt. Petra Nies jedoch, Vorsitzende der Kunstfreunde, lieferte mit ihren Begrüßungsworten den Zugangsschlüssel zu den ausgestellten Werken. Und half dem einen oder anderen ratlosen Besucher auf die Sprünge. „Bedenken Sie, dass Carmen Maria Traud studierte Industriedesignerin ist. Ihre Beobachtungen auf der Insel setzte sie durch geometrische Figuren um. So abstrahierte sie praktisch ihr Sylter Umfeld.“

Sprach's und verwies hilfreich auf einzelne Werke: Da sah man das Meer in Rechtecken formiert, Steine und Dünenformationen als Rhomben gestaltet. Und Äste und Federn gemahnten gar an Runen. Bestechend bei allem: die aparte Farbgebung. Sie erleichterte nicht nur das Wiedererkennen insularer Phänomene, sondern strukturierten die graphischen Elemente und verliehen ihrer jeweiligen Zuordnung Sinn.

Manches Werk (allesamt ohne Titel) reizt zum intensiven Betrachten und damit zum längeren Verweilen. Und gerät so rasch zum Objekt der Meditation. Jedenfalls ist das aufgrund der Darstellungsweise nicht auszuschließen.

Stadtgalerie Alte Post, Westerland, Mo. - Fr. 10 - 18 Uhr, Sa. 10 - 14 Uhr


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