Wasserrettung auf Sylt : DRK übernimmt Wasserrettung

Die Leiter der neuen Wasserwachtgruppe: Christian Strauch, Arne Junker und Martin Lange mit Karl-Heinz Kroll, dem geschäftsführenden Vorsitzenden des DRK Westerland (v.l.n.r.)
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Die Leiter der neuen Wasserwachtgruppe: Christian Strauch, Arne Junker und Martin Lange mit Karl-Heinz Kroll, dem geschäftsführenden Vorsitzenden des DRK Westerland (v.l.n.r.)

Politik und Verwaltung reagieren positiv auf die Vergabe an die neue Wasserwachtgruppe.

shz.de von
03. Januar 2015, 05:30 Uhr

Nach den teilweise sehr emotional ausgetragenen Auseinandersetzungen um die Zuständigkeit für die Wasserrettung (wir berichteten) ist es im zu Ende gehenden Jahr 2014 doch noch gelungen, eine Lösung herbeizuführen. Die im Oktober neu gegründete Wasserwachtgruppe Sylt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Westerland hat alle Aufgaben im küstennahen Bereich mit sofortiger Wirkung übernommen. Ein Ergebnis, mit dem „wir als Gemeindevertreter recht gut leben können“, wie es der stellvertretende Sylter Bürgervorsteher Mario Pennino bezeichnete. Auch Petra Reiber sagte, sie sei „sehr beruhigt, dass jetzt alles in trockenen Tüchern ist“. Ausdrücklich wies die Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt darauf hin, dass die Wasserretter des DRK die Einzigen auf der Insel seien, die den so genannten BOS-Status für Einsatzkräfte zur Gefahrenabwehr besitzen und damit neben Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in Notfällen von der Leitstelle in Harrislee alarmiert werden könnten.

Für Pennino, der wie andere Gemeindevertreter auch in den vergangenen Monaten das Hin und Her in Sachen Wasserrettung scharf kritisiert hatte, wurde mit der Übernahme durch das DRK eine Lösung gefunden, „mit der wir uns grundsätzlich einverstanden erklären können.“ Das Wichtigste sei, dass kein weiteres Vakuum entstehe, so der SWG-Politiker. „Aber ebenso, dass mit der DRK-Variante die Mehrheitsentscheidung der Gemeindevertretung umgesetzt wurde, die Aufgaben der Wasserrettung nicht auf die Gemeinde zu übertragen.“

Auch Karl-Heinz Kroll, der geschäftsführende Vorsitzende des DRK Westerland, äußerte sich froh und glücklich darüber, dass ein „quasi therapiefreier Intervall überstanden ist, in dem keiner so richtig zuständig war.“ Als lachender Dritter oder gar Gewinner gegen das Freiwillige Rettungscorps, das die Wasserrettung auch übernehmen wollte, sehe sich das DRK jedoch keineswegs: „Dazu ist die gesamte Thematik zu ernst, sind die Aufgaben zu wichtig. Schließlich geht es um Menschenleben“, so Kroll. Insgesamt zwei Frauen und 18 Männer, allesamt Ehrenamtler, haben sich für die Wasserwachtgruppe gemeldet. „Damit sind wir personell bestens aufgestellt“, sagt der DRK-Chef. „Jetzt herrscht erstmal Aufnahmestopp.“

Die Führungsmannschaft der Wasserretter besteht aus dem Leiter Christian Strauch, seinem Stellvertreter Arne Junker, dem technischen Leiter Martin Lange und dessen Stellvertreter Lars Detlefs. Alle vier sind ehemalige Mitglieder des Freiwilligen Rettungscorps, die erst zur Feuerwehr und jetzt zum DRK wechselten. Technisch sei die Rettungsgruppe bereits voll leistungsfähig, betont Kroll. „Das haben wir zum Beispiel bei unserem ersten öffentlichen Einsatz mit den Jetskis beim Weihnachtsbaden bewiesen.“ Ideal wäre auch der Standort am Bahnweg mit der schnellen Erreichbarkeit des Strandes und der Straßen in Richtung Norden oder Süden. „Außerdem können wir natürlich Synergien mit den strandgängigen Fahrzeugen des DRK-Rettungsdienstes nutzen.“ Dennoch seien weitere Anschaffungen wie ein Schlauchboot oder technische Geräte erforderlich. Deshalb hofft Karl-Heinz Kroll, dass die im Herbst zwar bereits beantragten, jedoch mit einem Sperrvermerk zunächst zurückgestellten finanziellen Mittel in Höhe von 65  000 Euro für die Wasserwacht baldmöglich von den Gemeindevertretern freigegeben werden.

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