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Seehund-Diskussion : Drastische Online-Kampagne gegen Schießen kranker Seehunde

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

"Stoppt die Robbenjäger von Sylt!": Online-Kampagne von Tierschützern sorgt beim Nationalparkamt für Unverständnis.

In die emotional geführte Diskussion um das Schießen kranker Robben vor Sylt, bringt sich nun auch der Tierschutzverein Deutsches Tierschutzbüro ein. In einer Online-Petition, die zu Redaktionsschluss über 2 000 Menschen unterschrieben hatten, fordert der Verein von Umweltminister Robert Habeck, „den Abschuss zu stoppen“. Außerdem wollen die Verfasser der Petition, dass zukünftig Tierärzte die Erstversorgung von jungen Robben übernehmen, und nicht Jäger. Stefan Klippstein, Sprecher des Vereins, sagt dazu: „Um den Gesundheitszustandes eines Tieres und seine Überlebenschancen richtig einschätzen zu können, braucht es viel Erfahrung und Fachwissen. Tierärzte, die ein mehrjähriges Hochschulstudium absolviert haben, sind für diese Aufgabe wesentlich besser geeignet als Jäger, die sich naturgemäß eher mit toten als mit lebenden Tieren beschäftigen.“ In Schleswig-Holstein sind rund 40 sogenannte Seehundjäger im Einsatz. Anders als der Name suggeriert, jagen sie keine Seehunde, sondern kümmern sich um Tiere, die am Strand gefunden werden. Sie sind dafür ausgebildet, darüber zu entscheiden, ob diese Tiere in die Aufzuchtstation nach Friedrichskoog gebracht werden oder – wenn sie zu krank sind – vor Ort geschossen werden, damit ihnen längeres Leid erspart wird. Diese Praxis steht bei einigen Tierschützern in der Kritik.

„Keinem Seehundjäger fällt es leicht, Seehunde zu töten“, reagiert das Nationalparkamt in Tönning auf die Petition des Tierschutzbüros, „sie lieben diese Tiere und engagieren sich ehrenamtlich für ihren Schutz und mit großem Einsatz auch dafür, dass todkranke Tiere nicht unnötig leiden müssen. Dafür gebührt ihnen unser Dank!“

Weiter heißt es aus dem Amt: „Der Tierschutzverein Deutsches Tierschutzbüro ist der Nationalparkverwaltung nicht bekannt. An der Entwicklung des Nationalparks oder bei den langjährigen Diskussionen über den Umgang mit Seehunden im Nationalpark hat er sich bisher nicht beteiligt.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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erstellt am 06.Feb.2014 | 18:43 Uhr

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