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Wenningstedt : Dorfteich-Posse sorgt für Unruhe auf Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

240.000 Euro für die Gestaltung des Wenningstedter Dorfteichs? Damit sind viele Gemeindevertreter nicht einverstanden.

Wenningstedt | Die Gestaltung des Dorfteiches sorgte am Montagabend in der Sitzung der Wenningstedter Gemeindevertretung für hitzige Diskussionen. Hauptsächlich ging es darum, ob die Ursprünglichkeit des Teiches für viel Geld wieder hergestellt werden soll oder alles beim Alten bleibt.

Aufgekommen war das Thema wegen der hohen Kosten, die die Gemeinde im vergangenen Herbst für den Baumschlag am Dorfteich bezahlen musste. „Es war Gefahr im Verzug, deshalb lag eine Rechnung über 18.000 Euro auf meinem Tisch“, erklärte Bürgermeisterin Katrin Fifeik. Da ihr versichert worden sei, dass auch in den kommenden Jahren ähnliche Kosten anfallen werden, suchte sie nach einer dauerhaften Lösung für das Problem. „Entweder nehmen wir den Baumschlag als feste Position im Haushalt auf, oder wir stellen ein neues Konzept für die Zukunft auf.“

Der Wege- und Umweltausschuss beschäftigte sich mit dem Thema und dessen Vorsitzender Detlef Görke stellte die neuen Pläne am Montag vor. Das Ufer des Dorfteiches soll an der Nord- und Westseite abgeflacht werden. Dadurch würde der Weg direkt am Wasser wegfallen, aber sich das Volumen des als Regenrückhaltebecken genutzten Teiches vergrößern. Gleichzeitig würde nach Auskunft des technischen Leiters der Gemeinde, Ralf Jörgensen, ein natürlicher Bewuchs dafür sorgen, dass sich der Teich selber reinigt und nicht, wie bereits vor einigen Jahren geschehen, umschlägt. Diese Renaturierung soll auch den ansässigen Vögelarten mehr Brutgelegenheiten bieten. Die Kosten für diese Arbeiten belaufen sich auf insgesamt rund 240.000 Euro. „Wir wollen bereits 2014 beginnen und erhoffen uns für den ersten Schritt, die Abflachung des Ufers an der Nord- und Westseite, einen Zuschuss von 32.000 Euro von der AktivRegion Uthlande. Diese hatte die Fördermittel bereits bewilligt, das Projekt aber auf eine Warteposition gesetzt.“

In der Gemeindevertretung wurde besonders Kritik an den hohen Kosten und an dem Verlust des Uferweges an der Westseite laut. „An diesem Teich kann man wunderschön spazieren gehen. Besonders für die älteren Gäste ist das häufig dafür ausschlaggebend, ihren Urlaub in Wenningstedt zu verbringen“, sagte Gemeindevertreter Dieter Welsch von den Aktiven Bürgern. „Das sollten wir nicht kaputt machen. Außerdem kostet dieses Projekt ein Schweinegeld, es gibt in dieser Gemeinde notwendigere Dinge.“ Er befürchtet, dass die Gemeinde das Projekt nur deshalb unbedingt durchführen wolle, um den Zuschuss von der AktivRegion zu bekommen. „Das verstört mich gewaltig.“

Kritik kam auch von Seiten des Bündnisses Wenningstedt-Braderup. „Das ist eine sehr hohe Summe, die wir da bewilligen wollen. Warum reichen am Dorfteich nicht die normalen Pflegemaßnahmen, die man in jedem Garten auch durchführen muss?“, fragte Sabine Koppelt. Immer wieder sprachen die Gemeindevertreter auch die Uferbefestigung an, die erst vor wenigen Jahren mit viel Aufwand durchgeführt worden war. Damals hatte der Regen immer wieder Erde in den Teich gespült. Um das zu verhindern, war das Ufer mit Holzpfosten befestigt worden. „Das jetzt wieder zu entfernen, halte ich für Verschwendung“, erklärte Brigitte Führ vom Bündnis Wenningstedt-Braderup. Ihrer Ansicht nach gehe es der Bürgermeisterin lediglich darum, partout ihre eigene Meinung durchzusetzen. Dem widersprach Fifeik entschieden: „Ich kann mit beiden Vorschlägen leben – wir können auch gerne alles beim Alten belassen.“

Am Ende kam der salomonische Vorschlag von Joachim Rück, dem ehemaligen leitenden Verwaltungsbeamten der Gemeinde Sylt: Die Gemeindevertretung beschloss, sich tiefergehend mit dem Thema zu befassen, den Antrag auf Bezuschussung bei der AktivRegion Uthlande aber laufen zu lassen. Sobald das Geld zugeteilt wird, soll entschieden werden, ob es angenommen wird. Zusätzlich soll der ehemalige technische Leiter der Gemeinde, Harald Hebestreit, zu dem Thema Dorfteich befragt werden.

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erstellt am 16.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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