Sylter Sportstättenentwicklungsplan : Die Zukunft des Insel-Sports

Alt und Jung mit Spaß am  Sport:  Die Aufnahme zeigt unter anderem  Hubertus Jessel (2.v.r.), der   bereits 2008 verstarb.
Alt und Jung mit Spaß am Sport: Die Aufnahme zeigt unter anderem Hubertus Jessel (2.v.r.), der bereits 2008 verstarb.

Der Sportstättenentwicklungsplan der Gemeinde Sylt ist fertig: Die Gemeinde ist gut ausgestattet mit Hallen und Plätzen, es gibt aber Verbesserungsmöglichkeiten.

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31. März 2014, 06:00 Uhr

Plätze, an denen Sport getrieben wird, gibt es viele auf der Insel. Aber reichen diese auch für die veränderten Bedürfnisse aus – oder sind es gar zu viele? Mit solchen Fragen befasst sich ein Papier mit dem umständlichen Namen „Sportstättenentwicklungsplan der Gemeinde Sylt“. Erstellt wurde es im Auftrag der Gemeinde Sylt vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung aus Stuttgart. Geschäftsführer Wolfgang Schabert und seine Mitarbeiter machten eine umfangreiche Bestandsaufnahme aller Sportstätten und Außenanlagen, veranstalteten einen Workshop mit Vertretern aus Politik, Sportvereinen, Schulen und Verwaltung – und stellten schließlich das Ergebnis in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses vor.

Das Ergebnis: Die Gemeinde ist hervorragend mit Sportplätzen und -hallen ausgestattet, trotzdem gibt es Verbesserungsmöglichkeiten und natürlich auch Wünsche aus der Bevölkerung.

So führt der demographische Wandel beispielsweise dazu, dass auf der Insel immer mehr ältere Menschen Sport treiben wollen, um sich gesund und fit zu halten – und das bringt auch Veränderungen in der Sylter Sportlandschaft mit sich. „Wir müssen von einem weiteren Sportbegriff ausgehen – und nicht immer nur von den Fußballern und Handballern unter 30“, erklärt Schabert. Dadurch steige der Bedarf an kleineren Räumen für geeignete Sportarten wie Gymnastik oder Yoga. Dafür hat der Ausschuss-Vorsitzende Peter Schnittgard auch schon eine Idee: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir solche Räume im Pionierlager zwischen Tinnum und Keitum schaffen könnten.“

Außerdem fällt bei den Sportplätzen auf, dass es zwar im Sommer eine regelrechte Überversorgung gibt, es im Winter aber mitunter knapp wird für Draußen-Sportarten wie Fußball. „Das liegt daran, dass es hier viele Spielfelder mit echtem Rasen und ohne Beleuchtung gibt. Diese können im Winter nur eingeschränkt oder überhaupt nicht genutzt werden.“ Dafür seien dann die Hallen, auf die die Draußen-Sportler im Winter ausweichen, im Winter oft überfüllt. Eine Lösung könne eine Zentralisierung sein: Weniger Sportplätze auf der Insel, dafür die Einrichtung eines beleuchteten Kunstrasenplatzes am Sportzentrum Tinnum. Solche Ideen hält Peter Schnittgard allerdings für Zukunftsmusik: „Das gehört in die Kategorie ,Wünsch dir was’ – aber es ist immer gut, fertige Pläne in der Schublade zu haben, um im richtigen Moment Zuschüsse vom Land oder aus der Europäischen Union einzuwerben.“ Die Engpässe in den Sporthallen wären laut Wolfgang Schabert aber auch schon durch eine Optimierung der Belegungspläne zu reduzieren.

In der Priorität der befragten Schulen und Sportvereine ganz oben war auch das Thema „Fun-Sport“. Für Schnittgard spielt das gerade unter dem Stichwort freie und vereinsgebundene Jugendarbeit eine große Rolle. Eine Funsporthalle stehe schon lange auf der Wunschliste der Insulaner. „Das kann man sicherlich nicht von heute auf morgen realisieren, aber es ist auch gut zu wissen, wohin man will.“ Wolfgang Schabert hatte zu diesem Thema aber auch weniger aufwendige Ideen: So könnten Freizeitspielfelder und Spielplätze auf Schulhöfen eingerichtet werden und auch außerhalb der Unterrichtszeiten zur Verfügung stehen. Die Skateranlage könnte aufgewertet und ergänzt und das Radwegenetz weiter ausgebaut werden.

„Das ist jetzt ein Wegweiser mit vielen Spielräumen, aber es geht mir um einen ersten Anstoß“, fasste Schabert zusammen. Der Sportausschuss segnete den Bericht ab und leitete ihn weiter an den Hauptausschuss der Gemeinde Sylt. Von dort aus delegierten die Gemeindevertreter ihn zurück an den Sportausschuss – mit dem Auftrag, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, Priorisierungen vorzunehmen und zu prüfen, inwieweit welche Vorschläge wann umgesetzt werden könnten.

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