Kommentar : Die wahren Opfer in Hörnum sind die Bürger

Rundschau-Redakteurin Friederike Reußner.
Rundschau-Redakteurin Friederike Reußner.

Die Hörnumer dürften von ihren Politikern etwas mehr erwarten als das gegenseitige Anzeigen, darauf folgende Racheaktionen und die damit verbundene schlechte Stimmung, findet unsere Autorin.

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29. Dezember 2015, 17:50 Uhr

Langsam wird’s wirklich irre, liebe Hörnumer Politiker. Natürlich ist persönlich wieder keiner von Ihnen Schuld daran, dass in der Wahrnehmung des Inselsüdens die politischen Scharmützel immer stärker in den Vordergrund rücken. Es sind ja schließlich immer die anderen, die Zwietracht säen, Lügen verbreiten und sinnvolles politisches Arbeiten verhindern, nicht wahr?

Sich als Opfer zu gerieren – darin ist nicht nur der Hörnumer Bürgermeister Rolf Speth gut, sondern auch die Opposition rund um CDU-Fraktionschef Ingo Dehn. Die wahren Opfer aber sind – so pathetisch es klingt – in Hörnum wirklich die Bürger, die von ihren politischen Vertretern etwas mehr erwarten dürfen. Mehr als das gegenseitige Anzeigen, darauf folgende Racheaktionen und die damit verbundene schlechte Stimmung. Im Grunde können die Hörnumer nur darauf hoffen, dass es die Kommunalwahl 2018 irgendwie richten wird und danach Verhältnisse einkehren, unter denen endlich wieder sinnvoll Politik gemacht werden kann. Allerdings: Wer von den jungen Hörnumern hat unter den gegebenen Umständen überhaupt noch Lust, sich im Inselsüden politisch einzubringen?

Dabei stehen in Hörnum viele Entscheidungen an, die Abstand wie Augenmaß, aber auch frische Ideen erfordern: Wohnungsbau, die Unterbringung von Flüchtlingen, Küstenschutz und Tourismus – um nur ein paar Themen zu nennen. Aber wenn sich die Hörnumer Politik weiterhin derartig desaströs darstellt, nimmt die gesamte Entwicklung des Ortes Schaden.

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