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Kultur auf Sylt : Die Vorbereitungen laufen heiß

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bald startet die Sommer-Saison im Meerkabarett. Im Interview spricht Joachim Wussow über das Programm, die Kulturkarte und freies WLan.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 04:57 Uhr

Kulturkarte, Freifunk und Private-Tables: Im Meerkabarett wird es diese Saison einige Neuigkeiten geben. Im Interview mit der Sylter Rundschau spricht Meerkabarett-Chef Joachim Wussow darüber:

Herr Wussow, am Donnerstag haben die Gemeindevertreter entschieden, dass das Meerkabarett in diesem und im kommenden Jahr bezuschusst wird. Eine gute Nachricht?

Wir sind natürlich sehr glücklich darüber, auch wenn es 40 Prozent weniger sind als in den vergangenen Jahren. Aber die 30  000 Euro sind doch eine erhebliche Summe und helfen uns sehr. Wir sind nämlich für dieses Jahr in Vorleistung gegangen, da wir nicht auf die Entscheidung warten konnten. Es wäre viel zu spät gewesen, wenn wir erst jetzt mit den Planungen angefangen hätten, also habe ich mich auch ohne die sichere finanzielle Unterstützung entschieden, das Meerkabarett zu planen, aber habe natürlich die Daumen gedrückt gehalten. Wir versuchen jetzt auch mit neuen Partnern, die das Meerkabarett als Werbeplattform nutzen, die Differenz auszugleichen. Tagessponsoring oder Werbung im Meerkabarett-Umfeld sind attraktive Möglichkeiten sich darzustellen. Aber auch ausgefallenen Ideen stehen wir aufgeschlossen gegenüber. Ein Anruf bei uns genügt.

Welche Künstler konnten Sie für diese Saison schließlich für Sylt begeistern?
Bevor die Künstler kommen, fangen wir Mitte Juni ja erstmal mit dem Public Viewing der Deutschland-Spiele bei der Europameisterschaft an. Woche für Woche wird sich das Gelände derweil mehr in Richtung Meerkabarett verwandeln. Das Opening ist dann am 11. Juli und das Programm ist, wie ich finde, sehr attraktiv und abwechslungsreich. Mundstuhl, Johannes Oerding, René Marik, Jan-Josef Liefers oder Max Mutzke sind dabei. Außerdem die Band Gleis 8 mit der ehemaligen Leadsängerin von Rosenstolz. Außerdem freue ich mich, dass Götz Alsmann und Gustav Peter Wöhler wieder dabei sind.

Sie haben für diese Saison auch die sogenannte Kulturkarte eingeführt. Was ist das genau?
An diesem Thema arbeite ich schon lange. Durch den Wunsch der Gemeinde, ein bisschen mehr für Sylter zu machen, haben wir entschieden, jetzt damit zu starten. Kurz vor einer Veranstaltung wollen wir Karten innerhalb einer geschlossenen Facebook-Gruppe anbieten. Es könnten dort sowohl Karten für Veranstaltungen, die schon (fast) ausverkauft sind oder Karten zu besonderen Konditionen gefunden werden .

Wie kommt man an so eine Karte?
Das Prozedere wird erstmal sehr schlank sein. Wir werden die Angebote innerhalb der Facebook-Gruppe „Sylt Kulturkarte“ ankündigen. Das wird ein bis zwei Tage vor einem Event sein. Wer das nutzen möchte bekommt eine Telefonnummer und einen Code und kann dann anrufen und die Karten bestellen. Wir möchten damit Sylter einfach noch kurz vor einer Veranstaltung zusätzlich motivieren, zu uns zu kommen.

Und jemand der nicht bei Facebook ist. Kommt der auch an die Sonderangebote?
Nein. Im Moment grenzen wir das ein. Alles andere wäre jetzt einfach zu aufwendig. Wir wollten eine einfache Lösung finden, also eine, die sowohl für uns als auch für den Nutzer praktikabel ist. Das Ganze ist aber natürlich ausbaufähig und wir wollen abwarten, ob andere Veranstalter auf der Insel mitziehen. Dann kann man gemeinsam die nächsten Schritte planen.

Ist der Eintritt in die Gruppe nur Syltern vorbehalten?
Ja, erstmal schon. Wir versuchen durch die geschlossene Nutzergruppe zu kontrollieren, dass nur Sylter eintreten. Wenn wir den Eindruck haben, dass dort Missbrauch betrieben wird, könnten wir uns beim Abholen der Karten aber notfalls den Personalausweis zeigen lassen.

Wenn die Facebook-Seite gut ankommt, wie geht es dann weiter?
Dann könnte man das ganze automatisieren. Über eine Mitgliedsnummer könnte man sich in ein Vorverkaufssystem einloggen, bekommt die Sonderangebote direkt angezeigt und kann die Tickets aufs Handy laden oder zuhause ausdrucken. Da ist auf jeden Fall einiges möglich, jetzt müssen wir aber erst einmal abwarten, wie das ganze angenommen wird, wie viele Karten für eine Veranstaltung verfügbar sind und wie die Resonanz ist.

Besteht nicht das Risiko, dass die Sylter bis zum letzten Tag warten, bevor sie sich ein Ticket kaufen?
Naja, den Wunsch-Platz erhält man dann wahrscheinlich nicht mehr. Aber wir werden auch nicht alle Karten, die noch verfügbar sind, reduziert abgeben. Wenn wir feststellen, dass alle Sylter nur noch einen Tag vorher Karten kaufen, müssen wir uns Gedanken machen. Schließlich ist dies ein freiwilliges Angebot von uns.

Auf was für Neuerungen können sich die Meerkabarett-Besucher noch freuen?
Wir möchten in Zukunft mit Freifunk freies WLan im Meerkabarett anbieten. Dann können unsere Besucher in der Pause oder gleich nach einer Vorstellung etwas posten, twittern oder anders nach außen kommunizieren. Der Aufwand ist überschaubar, die Wirkung allerdings groß. Außerdem bieten wir ab dieser Saison erstmals „private Tables“ an: Fünfer- oder Sechser-Tische können von Gruppen ab drei Personen reserviert werden. Das ist zwar etwas teurer, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass Gäste, die etwas zu feiern haben, gerne unter sich an einem Tisch sitzen.

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