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Große Hilfsbereitschaft : Die Sylter spenden gerne und viel für Flüchtlinge auf der Insel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Flüchtlinge auf der Insel erhalten von der Gemeinde eine Erstausstattung. Insulaner zeigen große Spendenbereitschaft. Weitere Spenden werden immer benötigt.

Sylt | „Eine kleine Kommode, ein Stuhl, eine Lampe und eine Schlafgelegenheit.“ Nicole Möller zählt einige der Dinge auf, die auf der Liste mit der so genannten Erstausstattung für Flüchtlinge stehen und die von der Gemeinde den Menschen zur Verfügung gestellt werden, nachdem sie auf Sylt angekommen sind. „Diese Liste ist wirklich nicht sehr lang“, betont die Mitarbeiterin des Sylter Ordnungsamtes. Dazu kämen noch einige Hausrat-Gegenstände wie ein Topf, eine Bratpfanne, ein Dosenöffner und ein Pfannenwender sowie ein tiefer Teller, ein flacher Teller und eine Tasse. „Es handelt sich wirklich nur um das Allernötigste“, so Möller.

Damit die 130 Flüchtlinge, die zur Zeit auf Sylt leben, jedoch mehr als nur diese karge Grundausstattung besitzen, kümmern sich Freiwillige mit viel Engagement um Spenden aller Art. Vergangene Woche veröffentlichten wir in der Sylter Rundschau einen Artikel, in dem die verschieden insularen Anlaufstellen vorgestellt wurden, die Spenden aus der Bevölkerung entgegennehmen – darunter die Arbeiterwohlfahrt für Kleidung, die Werkstatt 36 für Möbel, der Verein Sylter Unternehmer für Fahrräder oder der Drogeriemarkt Budnikowsky in Wenningstedt für Hygieneartikel.

Und die Sylter spenden reichlich: „Seitdem der Artikel erschienen ist, steht das Telefon bei uns nicht mehr still“, freut sich Danica Jansen von den Sylter Unternehmern. „Im Grunde kann jeder Flüchtling, der ein Fahrrad haben möchte, aufgrund der Spenden auch eins bekommen.“ Die abgegebenen Räder müssten nur noch auf Vordermann gebracht werden, erklärt sie. „Aber nicht nur Fahrräder, auch Bettwäsche, Handtücher und Geschirr wurden reichlich abgegeben“, erzählt sie glücklich, „langsam haben wir fast keinen Platz mehr, die Sachen zu lagern.“ Allerdings erwarte Sylt in Zukunft steigende Flüchtlingszahlen, und dementsprechend werden auch weiterhin Spenden benötigt, so Jansen. „Aktuell sind wir aber noch dringend auf der Suche nach Kinderkleidung in der kleinsten Größe und Windeln, denn ein paar Babys sind zur Zeit unterwegs.“

Über die Hilfsbereitschaft der Insulaner freut sich auch Juliane von Holdt, Mitbegründerin der Integrationshilfe Sylt. Dringend sucht sie allerdings noch einen Raum, in dem Flüchtlinge zusammen mit freiwilligen Helfern ein bis zwei Mal pro Woche für zwei bis drei Stunden an ihren Bewerbungen schreiben können. „Zwar arbeitet die Gemeinde an Lösungen für Begegnungsstätten, aber wir benötigen den Raum am besten schon ab Montag“, sagt von Holdt. Ein Internetzugang, ein paar Sitzgelegenheiten, damit zwei bis drei Personen gleichzeitig dort arbeiten können und Platz für einen Schrank, mehr sei nicht nötig, erklärt sie. „Allerdings sollte der Raum zentral liegen, damit er von allen gut erreicht werden kann.“

Von der Spendenbereitschaft der Insulaner ist auch Michael Baßler, Filialleiter von Budnikowsky, positiv überrascht. „Mit dieser Bereitschaft hätte ich nie gerechnet“, sagt er erstaunt. In dem Drogeriemarkt in Wenningstedt steht eine große blaue Kisten, in die seine Kunden Hygieneartikel spenden können. Nach Ende der Sammelaktion Ende September will Baßler auch noch einige Produkte drauflegen. Fünf der großen Kisten wurden in einer Woche bereits gefüllt, hauptsächlich mit Shampoo und Duschgel.

Auch bei der Gemeinde Sylt haben sich in der vergangenen Woche zahlreiche Menschen gemeldet, die helfen wollen. „Wir bekommen zur Zeit vor allem viele Wohnungsangebote“, sagt Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthardt, „jetzt müssen wir allerdings jedes Angebot prüfen, Besichtigungstermine machen und uns so nach und nach einen Überblick verschaffen.“

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erstellt am 04.Sep.2015 | 14:51 Uhr

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