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Sylter Rundschau

17. Oktober 2017 | 17:16 Uhr

Kolumne Strandgut : Die Stunde der Wahrheit

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In einer Kolumne setzt sich Sylter Rundschau-Chefredakteur Michael Stitz mit der Politik auf Sylt auseinander.

shz.de von
erstellt am 11.Jun.2016 | 04:55 Uhr

Ist es dann vorbei? Fragte mich gestern ein leicht entnervter Leser. Gemeint war nicht, ob damit die Hallen-Problematik vom Tisch ist. Gemeint war, ob die mittlerweile sich scheinbar unversöhnlich gegenüberstehenden Kontrahenten nach dem Bürgerentscheid wieder abkühlen und Platz im Kopf für andere Themen schaffen. Denn die Insel hat mehr zu bieten als eine Halle, die die einen abreißen und die anderen erhalten wollen.

Leider hat sich aber an diesem Thema etwas viel tiefer liegendes offenbart: Der Mangel an insularem Denken und der fehlende Instinkt für Stimmungen unter den Bürgern. Damit soll nicht gesagt sein, dass die Mehrheit in der Gemeinde Sylt für den Erhalt der Hallen ist. Das wird sich morgen zeigen ... Nur was sich mancher Politiker in den letzten Wochen an Verschwörungstheorien und Unterstellungen einfallen ließ, entbehrt nicht nur jeder Grundlage, es lässt auch mangelnde Faktenkenntnis und geringe Differenzierungsfähigkeit vermuten.

Kommunalpolitiker arbeiten ehrenamtlich. Das ist verdienstvoll, aber kein Argument, mit dem man politische Positionen durchbringen kann. Da hilft es auch nicht, die Zeit in Rechnung zu stellen, die man in und für die Arbeit im Parlament aufbringt. Überzeugungen und die Fähigkeit, um die besten Lösungen für die Gemeinde zu ringen, sollten Motive für eine Kandidatur sein – nicht die Lust auf Macht und kompromisslose Haltung in strittigen Fragen.

Ein Blick über die Insel zeigt, dass es in einigen Inseldörfern sehr konstruktiv miteinander arbeitende Gemeinderäte gibt. Die Bürger erwarten genau das von ihren gewählten Vertretern! Nur dann kann auch das Rathaus konfliktfrei die Anträge der Politik umsetzen und weder Alleingänge unternehmen, noch sich gegen den Bürgerwillen stellen.

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