Aus dem Sylter Bauausschuss : Die Straßenmeisterei darf nicht umziehen

Diese Fläche östlich des Aldi-Marktes gehört dem Land. Dass sich hier Landesbetriebe ansiedeln, will der Bauausschuss der Gemeinde Sylt nicht.
Diese Fläche östlich des Aldi-Marktes gehört dem Land. Dass sich hier Landesbetriebe ansiedeln, will der Bauausschuss der Gemeinde Sylt nicht.

Bauausschuss der Gemeinde Sylt will verhindern, dass sich die Landesbetriebe für Straßenbau und Küstenschutz beim Aldi-Markt ansiedeln.

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12. März 2014, 06:00 Uhr

Wo soll der Landesbetrieb für Straßenbau (LBS) hinziehen? Darüber herrschen geteilte Meinungen: Der Bauausschuss der Gemeinde Sylt findet: erst einmal nirgendwohin. Der Landesbetrieb, der momentan am Königskamp unmittelbar neben dem Bahnübergang angesiedelt ist, solle bleiben, wo er ist.

Dort untersagt ein Gerichtsurteil dem LBS aus Lärmschutzgründen allerdings, vor sechs Uhr morgens die Arbeit aufzunehmen. Zudem würde das Land die Straßenmeisterei gern mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) auf einem Grundstück gemeinsam ansiedeln – und zwar auf der unbebauten Fläche östlich des Aldi-Marktes an der Keitumer Landstraße. Dies lehnte der Bauausschuss einstimmig ab. Dadurch würde eine der wenigen Sylter Grünflächen zerstört, argumentierte neben anderen Maria Andresen von den Grünen. Den Hinweis von Bauamtsleiter Martin Seemann, dass die Grünfläche östlich des Aldi-Marktes, die von der Zufahrt zur L24 durchschnitten wird, als Erholungsfläche gar nicht genutzt werden kann, ließen die Ausschussmitglieder nicht gelten. Ebenso wenig wie Seemanns Argument, das Land würde sich bereit erklären, die östliche Zufahrt zur L24 zurückzubauen – und somit für eine nicht durchtrennte Grünfläche sorgen. „Die Straße ist nicht entbehrlich“, sagte Kay Abeling. Wie auch Holger Flessau vermute er, dass „mit aller Macht“ versucht werde, den jetzigen Standort der Straßenmeisterei am Königskamp frei zu bekommen – vielleicht, „um dort einen Lebensmittelmarkt zu errichten“, wie Flessau vermutete. Dies könnte von der Gemeinde allerdings verhindert werden, so Seemann. Sollte die Straßenmeisterei dort allerdings wegziehen, könnte auf der frei gewordenen Fläche Dauerwohnraum geschaffen werden. Ein weiteres Argument, dem Abeling vehement widersprach: Durch den Bahn- und Straßenlärm sei Wohnbebauung dort nicht vertretbar, „da sind die Prozesse vorprogrammiert.“ Eher sollte die Gemeinde Dauerwohnraum auf der Fläche neben dem Aldi-Markt schaffen, sagte Klaus Jensen.

Die gehört allerdings ohnehin schon dem Land, das laut Seemann wohl auch rechtliche Möglichkeiten ergreifen könnte, um dort die Landesbetriebe anzusiedeln – egal, ob die Gemeinde ihre Zustimmung erteilt oder nicht. Zumindest theoretisch, ob das Land diesen Schritt gehen wird, ist noch vollkommen unklar.

Nach jetzigem Stand der Dinge sind Alternativstandorte nicht in der Diskussion. Überlegungen, den LBS südlich der im Bau befindlichen Sylter Werkstätten am Flugplatz zu bauen, werden vom Zweckverband Flughafen, dem die Fläche gehört, abgelehnt, damit sie gegebenenfalls für Gewerbebetriebe genutzt werden können.

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