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Asklepios Nordseeklinik : "Die Stimmung im Krankenhaus ist derzeit von Verunsicherung geprägt"

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Betriebsrat, Klinikleiter und ärztlicher Direktor beurteilen Stimmung in Asklepios Nordseeklinik sehr unterschiedlich.

Ganz so gut sehen sie die Situation nicht: Nachdem die Sylter Rundschau vergangene Woche über die Situation in der Asklepios Nordseeklinik berichtete, meldeten sich Mitarbeiter des Krankenhauses bei der Redaktion. Tenor: Die Stimmung im Krankenhaus sei derzeit von Verunsicherung geprägt, gerade in der Chirurgie. Dort sei nach dem Weggang des Chefarztes Bolko von Gerstenbergk-Helldorf unklar, wie es mittelfristig weitergehen sollte, zudem habe sich dort die Versorgung der Patienten verschlechtert.

Dem widerspricht Klinikleiter Ulrich Wenning vehement: Weder würden mehr Patienten aus der Chirurgie aufs Festland verlegt werden, noch sei die Zahl der Operationen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Jörg von Böhlen, Betriebsratsvorsitzender in der Nordseeklinik, kann die Verunsicherung der Belegschaft trotzdem gut nachvollziehen: „Die Mitarbeiter im chirurgischen Bereich wissen einfach nicht, wie es weitergehen soll.“ Wie die Klinikleitung die Chirurgie neu strukturieren will, hat sie bisher nicht offen kommuniziert. Deshalb kann auch Wenning die Sorgen der Mitarbeiter nachvollziehen: „Verunsicherung liegt in der Natur der Sache, da wir gerade in einem Stadium der Neuausrichtung sind.“ Er habe aber eine genaue Vorstellung, wie die Nordseeklinik in fünf Jahren aussehen soll – derzeit sei man aber schlicht in der Planungsphase. Dass sich Insulaner und Mitarbeiter nach den vergangenen Jahren des ständigen Wechsels innerhalb der Führungsetage und der Klinikkonzepte nun endlich Kontinuität und Verlässlichkeit wünschen, das sei ihm bewusst: „Die künftige Ausrichtung der Nordseeklinik muss daher gut durchdacht sein - das ist mir klar“, so Wenning.

Wenn es darum geht, wie sie das Betriebsklima innerhalb der gesamten Nordseeklinik sehen, fallen die Antworten naturgemäß unterschiedlich aus. Der ärztliche Direktor der Nordseeklinik, Jan Castan, sieht es am positivsten: Auf einer Skala von null (extrem schlechtes Betriebsklima) bis zehn (großartiges Betriebsklima) sieht er die Stimmung in der Nordseeklinik bei sieben: „Ich glaube, dass wir eine ziemlich gute Stimmung haben, wenn man den Mittelwert nimmt. Natürlich gibt es einige wenige Beschwerdeführer, die gegen das Krankenhaus Stimmung machen.“

Etwas weniger positiv sieht es Klinikleiter Wenning, der sich auf der „Betriebsklima-Skala“ nur insoweit festlegen will, dass der Wert „deutlich über fünf“ liege. „Ich glaube, dass wir auf einem aufsteigenden Ast sind“, so Wenning. „Über fünf“ – diese Einschätzung ist dem Betriebsratsvorsitzenden von Böhlen noch zu positiv: „Für mich liegt der Wert bei vier.“ Allerdings weist auch er darauf hin, dass sich das Betriebsklima in den letzten Jahren schon verbessert habe.

Ein anderes Thema, das in den Reihen der Belegschaft kritisch gesehen wird, ist die Tatsache, dass Mitarbeiter als eine Folge der Klinik-Umgestaltung in Richtung eines Akut-Krankenhauses nicht mehr nur auf einer Station arbeiten können. „Eine strikte Trennung zwischen den Abteilungen ist nicht das Modell der Zukunft. Auch, weil es unterschiedliche Belegungsschwerpunkte je nach Saison gibt“, erklärt Wenning diese Veränderung. Das sei aber auch in der Nordseeklinik nichts Neues – schon früher hätten Mitarbeiter phasenweise Patienten anderer Abteilungen versorgt. Der Betriebsratsvorsitzende von Böhlen will sich gegen diese Veränderung nicht sträuben, mahnt aber an, dass die Mitarbeiter für diese interdisziplinäre Arbeit auch ordentlich eingearbeitet und geschult werden.

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erstellt am 23.Nov.2015 | 17:58 Uhr

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