Entscheidung gefallen : Die Sicherheit hat Vorrang

Gemeinde Sylt übernimmt offiziell die Wasserrettung

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13. April 2013, 08:32 Uhr

Sylt | Die gute Nachricht: An den Stränden der Gemeinde Sylt werden auch künftig Menschen aus dem Wasser gerettet. In der Frage um die Zuständigkeit für die sogenannte Wasserrettung (wir berichteten), hat die Gemeindevertretung am Donnerstag mehrheitlich entschieden, diese Aufgabe künftig offiziell zu übernehmen und der Freiwilligen Feuerwehr Westerland zu übertragen. Mit dem Beschluss verbunden ist eine umfassende Aufarbeitung des Themas durch die Verwaltung sowie die Forderung der Politik, weiter auf eine - zuletzt gescheiterte - Kooperation zwischen Feuerwehr und Freiwilligem Rettungscorps hinzuarbeiten.

Die nicht so gute Nachricht: Der Streit um die Zuständigkeit für die Wasserrettung in der Gemeinde Sylt weitet sich jetzt auch auf die übrigen Inselgemeinden aus. In einem Brief an Bürgermeisterin und Bürgervorsteher kritisieren die Wehrführer aus Kampen, List, Hörnum und Wenningstedt, "dass einmal mehr versucht wird, Aufgaben und Zuständigkeiten in die Freiwillige Feuerwehr Westerland zu ziehen, die ihrem Wesen nach alle Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Landeschaft Sylt betreffen". Ihrer Ansicht nach müssten alle Inselwehren beteiligt werden, wenn es um die Frage geht, wie das Rettungscorps in die Rettungsstrukturen der Insel eingebunden werden kann und soll.

Ungeachtet der Notwendigkeit einer insularen Abstimmung der Wasserrettung an der Sylter Küste sorgte das Schreiben für leichtes Unverständnis, da jede Gemeinde für sich beschließen müsse, ob sie die Aufgabe übernehme, wie Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthardt betonte. Die Politiker der Gemeinde Sylt sind diesen Schritt jetzt gegangen, um die bisherige Grauzone zu beenden, in der die Feuerwehr agiert. Da die Wasserrettung nicht Bestandteil des Brandschutzgesetzes ist, war der Beschluss notwendig, um den Feuerwehrkameraden im Einsatz den vollen Versicherungsschutz zu gewährleisten. "Die Gemeinde steht in der Verantwortung für die freiwilligen Retter", betonten Peter Schnittgard (CDU) wie auch Gerd Nielsen (SPD).

Was bleibt sind die ungeklärten Fragen, wie die weitere Kooperation mit dem Rettungscorps aussehen wird. Im Gegensatz zur Feuerwehr verfügt es über das geeignete Gerät und entsprechend ausgebildete Mitglieder, wird im Ernstfall (20 Mal in den vergangenen zwei Jahren) jedoch nicht automatisch alarmiert.

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