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Sylter Rundschau

23. Oktober 2017 | 08:46 Uhr

Die schwersten Stürme über Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im vergangenen Jahrhundert war die Insel schon sehr schweren Stürmen ausgesetzt – eine Übersicht

von
erstellt am 05.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Sie sind nicht willkommen, doch immer mal wieder ungebetener Gast auf Sylt: Schwere Sturmfluten, die der Insel mächtig zusetzen. Am 24. November 1928 etwa, als das Meer bis zu den – noch nicht durch einen Deich geschützten – Ortschaften Archsum und Morsum vordrang, während das Wasser im Süden Westerlands hüfthoch auf den Straßen stand.

In der Nacht zum 17. Februar 1962 wütet Orkan „Vincinette“ über Norddeutschland. Auf Sylt steigt das Wasser knapp vier Meter höher als das mittlere Hochwasser, bricht sich in Hörnum auf einer Breite von 250 Metern seinen Weg durch die Dünen. Die Uferabbrüche entlang der Sylter Westseite belaufen sich im Schnitt auf zehn Meter, auch der Hindenburgdamm trägt schwere Schäden davon. Das Jahr 1976 nimmt keinen guten Anfang: Am 3. Januar fegt ein Sturmtief mit bis zu 170 Stundenkilometern über Sylt hinweg, durch eine Springflut steigen die Wasserstände auf knapp vier Meter an. Zum ersten Mal seit der Einweihung des Damms im Jahre 1927 muss der Zugverkehr zeitweilig eingestellt werden. Das Wasser überspült die Landstraße zwischen Kampen und List, in Wenningstedt und Kampen bröckeln die Kliffe. Zwischen Rantum und Hörnum frisst der „Blanke Hans“ 30 Meter Dünen, im Osten droht der Nösse-Deich zu brechen.

Mit 4,05 Metern über dem normalen Hochwasser werden in Hörnum und List am 24. November 1981 die höchsten Pegelstände des Jahrhunderts gemessen. Wieder einmal sind die Folgen fatal: Der Orkan, der in Böen Stärke 14 erreicht, treibt das Meer bis zu 25 Meter tief in die Dünen hinein.

Der Zugverkehr wird eingestellt. Auch die Straßen nach List, Hörnum und Morsum sind nun nicht mehr passierbar. Im Sylter Osten droht der Nösse-Deich zu brechen, die Bewohner von Archsum und Morsum halten sich für die Evakuierung bereit – buchstäblich in letzter Minute beginnt der Pegel zu sinken. Am 3. Dezember 1999 fegte Orkan „Anatol“ in kaum noch messbaren Sturmböen mit bald 200 Stundenkilometern in der Spitze über die Insel. Er hat zahlreiche Menschen zu Fall gebracht, komplette Dächer abgehoben, Autos unter Bäumen begraben, Wohnwagen auf die Seite geworfen und Verkehrsschilder wie Streichhölzer geknickt. Die Strände sind völlig ausgeräumt, Kliffe und Randdünen wurden vielfach abgerissen. Zehn Hektar Waldfläche sind dem Erdboden gleichgemacht. Mit „Christian“ liegt der letzte schwere Sturm erst wenige Wochen zurück: Auch er richtete auf der Insel viele Schäden an. Heute wird Sylt erneut geprüft – das Orkantief „Xaver“ ist im Anflug.

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