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Vermietung auf Sylt : Die richtige Vermarktung ist alles

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Während die Sylter Appartement-Services für die letzte Saison eine positive Bilanz ziehen, sind die Zeiten für private Kleinvermieter schwer.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2014 | 05:08 Uhr

Private Kleinvermieter von Ferienwohungen müssen heutzutage viel beachten: Internetauftritt, Werbemaßnahmen und Inneneinrichtung sollen immer auf dem neuesten Stand sein, um Besucher anzulocken. Auf Sylt geben daher viele die Vermarktung, Vermittlung und Reinigung ihrer Ferienwohnungen in die Hände zentraler Appartement-Services. Das kostet den Eigentümer zwar, er hat aber mit dem Objekt auch weniger Arbeit.

Eine Lister Vermieterin, die ihren Namen in der Zeitung nicht lesen möchte, vermietet nach wie vor ihre Zimmer von Privat - also ohne Appartement-Service. Vor allem in den letzten Monaten lief es schlecht für sie: „Insgesamt sind die Übernachtungszahlen deutlich weniger geworden. Weder von der Kurverwaltung noch von den Reiseportalen im Internet kamen genug Übernachtungsanfragen, um mit der Saison zufrieden zu sein“, erklärt sie. Vor allem die neuen großen Hotels im Inselnorden sieht sie als direkte Konkurrenz für die Kleinvermieter: „Wenn das A Rosa im Winter seine Dumpingpreise anbietet, bleiben mir die Gäste erst recht fern“, klagt sie.

Andrea Schlichte vom Fremdenverkehrsverein in Westerland (FVV) kennt die Probleme der privaten Kleinvermieter: „Die Ansprüche der Gäste sind in den letzten Jahren gestiegen“, erklärt sie, und fährt fort: „Wir raten unseren Vermietern, vor allem im Internet gut aufgestellt zu sein. Wer keinen aussagekräftigen Internetauftritt hat und über die Suchmaschinen nicht gefunden wird, hat bei der Vermietung schlechte Karten. Außerdem müssen natürlich die Zimmer angemessen ausgestattet sein: W-Lan, Flachbildfernseher und ansprechende Möbel gehören heute zum Mindeststandard. Mit Omas Schrankwand kann niemand mehr punkten“, sagt sie.

Susanne Claaßen betreibt einen Appartement-Service mit 50 Wohnungen in Hörnum. Ihre Vermieter waren in dieser Saison zufrieden, sagt sie: „Die Saison hat zwar spät angefangen, aber wir können dennoch glücklich sein.“ Wie wichtig für die Vermietung vor allem das Internet ist, zeigen ihre Zahlen: „95 Prozent der Buchungen kommen übers Internet. Der Rest sind telefonische oder persönliche Anfragen.“

Auch für Pirko Schmidt, die in List einen Appartement-Service mit 130 Ferienwohnungen und -häusern betreut, läuft es gut: „Ich bin mit meinen Bilanzen der letzten Saison sehr zufrieden“, erzählt sie glücklich. Auch die Nähe zu den neuen großen Lister Hotels empfindet sie nicht als Nachteil: „Mit dem A Rosa habe ich eine tolle Zusammenarbeit. Wenn dort Musiker spielen, werden die meist bei mir untergebracht und auch sonst empfehlen sie mich dort weiter.“

Andrea Schlichte vom FVV sieht die Ursache für Probleme bei Kleinvermieter vor allem darin, dass sie ihre Appartements erst ab drei oder vier Übernachtungen anbieten: „Obwohl in diesem Jahr die Übernachtungszahlen auf der Insel gegenüber den letzten Jahren gestiegen sind, ist die Aufenthaltsdauer der Gäste gesunken. Wir empfehlen daher unseren Vermietern, ihr Buchungsverhalten zu verändern. Viele Gäste verbringen nicht mehr ihren gesamten Jahresurlaub auf der Insel, sondern auch mal nur ein paar Tage. Und gerade diese Kurzaufenthalte sind Werbemaßnahmen für die Insel und die Vermieter“, erklärt sie.

Die Lister Vermieterin, die insgesamt neun Appartements vermietet und alles alleine macht, gehört zu der Gruppe, die ihre Zimmer ab drei Tagen anbietet:. Für sie wäre es ein erheblicher Aufwand, sagt sie, die Gäste auch nur für zwei Tage einzuquartieren: „Ich schaffe das zeitlich gar nicht. Wenn ich für kürzere Zeiträume vermieten würde, würde das nur zu Lasten der Qualität gehen - und ich möchte keinen Ramsch vermieten. Ich überlege auch immer wieder, was ich falsch mache, habe aber noch nicht die passende Lösung.“

Dass sie sich fragt, was sie ändern könnte, ist für Andrea Schlichte ein wichtiger Schritt: „Wenn es mit der Vermietung nicht mehr so klappt, sollte man sich fragen, ob es noch zeitgemäß ist, was man anbietet - im technischen Bereich wie auch in der Einrichtung.“

 

 

 

 

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