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Flüchtlinge in Hörnumer Heim : „Die Premium -Marke Sylt wird langsam aber sicher kaputt gemacht“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Sylter Gemeindevertreter wollen Flüchtlinge im Hörnumer Fünf-Städte-Heim unterbringen. Die Hörnumer CDU sieht diese Entscheidung kritisch.

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erstellt am 25.Jan.2016 | 07:16 Uhr

Hörnum | Der Plan der Gemeindevertretung Sylt, nun das Hörnumer Fünf-Städte-Heim in die Überlegungen für die Flüchtlingsunterbringung aufzunehmen, erregt im Inselsüden die Gemüter.

Überraschung auf Sylt: Die CDU-Fraktion hat mit einem Dringlichkeitsantrag auf der Sylter Gemeindevertretersitzung am Donnerstag gefordert, dass weitere Asylbewerber nicht wie bisher geplant im Hörnumer JAW-Heim, sondern im benachbarten Fünf-Städte-Heim untergebracht werden. Die Geschäftsführerin hat von den Plänen erst durch den sh:z erfahren. Und mit der CDU in Hörnum scheint bisher auch keiner gesprochen zu haben.

Die Sylter Rundschau hatte am Sonnabend über einen Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion der Gemeinde Sylt berichtet. Darin forderten die Christdemokraten, dass Asylbewerber nicht, wie bisher beschlossen, im Hörnumer JAW-Heim, sondern im benachbarten Fünf-Städte-Heim untergebracht werden sollen. In nicht-öffentlicher Sitzung stimmte die Mehrheit der Sylter Gemeindevertreter diesem Ansinnen zu.  Mit der Geschäftsführung des Fünf-Städte-Heims hat allerdings bisher niemand über diese Überlegungen gesprochen.

Und offenbar auch nicht mit den Christdemokraten des Inselsüdens: Als Reaktion auf die Berichterstattung meldet sich nun die Hörnumer CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung zu Wort: „Wir sehen den Beschluss der Gemeindevertretung Sylt sehr kritisch, das Fünf-Städte-Heim Hörnum hinsichtlich einer Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern überprüfen zu lassen. Die Gemeindevertretung Hörnum hat hierzu vor wenigen Wochen einen einstimmigen Beschluss gefasst, der besagt, dass die Gemeinde Hörnum eine Unterbringung in dem Jugend-Erholungsheim ablehnt“, heißt es darin.

Um Klarheit zum Stand der Planung und die weitere Entwicklung in Hörnum-Nord zu bekommen, habe die CDU dazu einen Tagesordnungspunkt für die kommende Sitzung der Hörnumer Gemeindevertretung beantragt.

Verärgert über den Sylter Beschluss zeigt sich auch Knut Köhler, der Teil einer Interessengemeinschaft ist, die sich generell gegen die Unterbringung einer größeren Zahl von Flüchtlingen im Inselsüden ausspricht. In einem Leserbrief an den sh:z schreibt Köhler: „Die Gemeinde Sylt entscheidet trotz allem Hin und Her fleißig über alle Köpfe hinweg!“ Aus seiner Sicht beinhalten Massenunterkünfte ein großes Konfliktpotenzial, Integration gelinge nur in dezentralen Unterbringungen.

Abschließend schlussfolgert der Hamburger: „Merkt man auf der Insel nicht, dass größere Flüchtlingsunterkünfte mit einem niveauvollen Urlaubsgebiet nicht vereinbar sind? Mangelnder Wohnraum für Einheimische, oft ungünstige Arbeitsbedingungen, der Wahnsinn auf dem Hindenburgdamm, die ominöse 40/60-Regelung für Eigentümer und die aktuelle Flüchtlingsproblematik: Die Premiummarke Sylt wird langsam aber sicher kaputt gemacht!“

 
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