Verbindung Hamburg-Westerland : Die NOB verliert die Sylt-Strecke

Aktuell ist der NOB-Zugverkehr stark eingeschränkt.
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Aktuell ist der NOB-Zugverkehr stark eingeschränkt.

Die Deutsche Bahn gewinnt die Marschbahn zurück: Das Personal soll übernommen werden. Künftig soll es auch W-Lan in den Zügen geben.

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09. Juli 2015, 05:14 Uhr

Unter Insidern war es schon lange bekannt: Die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) verliert die Nahverkehrs-Strecke zwischen Hamburg und Sylt. Künftig soll sie wieder von der Deutschen Bahn betrieben werden.

Gestern hatte der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landes dieser Entscheidung zustimmen sollen – die Abgeordneten vertagten den Tagesordnungspunkt jedoch auf kommenden Mittwoch. Dass die Entscheidung wohl schon gefallen ist, geht aber unter anderem aus einer Pressemitteilung des Sylter Landtagsabgeordneten Andreas Tietze hervor, in der der Betreiberwechsel bereits als Fakt gehandelt wird: „Erfreulicherweise beinhaltet der Betreiberwechsel von der Nord-Ostsee-Bahn zur Regionalbahn Schleswig-Holstein auch die Übernahme des Personals. DB Regio wird einen nahtlosen Übergang ermöglichen und bietet den Angestellten damit Sicherheit.“

Ein Sprecher des Kieler Wirtschaftsministeriums wollte sich dazu gestern nicht äußern. Auch von der Nord-Ostsee-Bahn gab es keine Stellungnahme – man wolle zunächst die offizielle Entscheidung des Landes abwarten.

Ende Oktober vergangenen Jahres hatte das Land Schleswig-Holstein die Strecke europaweit ausgeschrieben: Die Verkehrsunternehmen Abellio, DB Regio und Nord-Ostsee-Bahn (NOB) hatten Angebote eingereicht, die von der zuständigen nah.sh GmbH im Auftrag des Landes ausgewertet wurden. Die Lokomotiven sowie Waggons der Marschbahn gehören dem Land Schleswig-Holstein und müssen vom jeweiligen Betreiber geleast werden. Mit dem Betreiberwechsel soll es künftig Sprinterzüge am Wochenende, Bettenwechslerzüge in der Saison sowie bereits ab Dezember leisere Loks geben.

Andreas Tietze lobt außerdem, dass es in den neuen Nahverkehrszügen künftig W-Lan und Steckdosen geben soll. Das kommt auch bei der Piraten-Fraktion im Landtag gut an. Patrick Breyer zeigte sich in einer Pressemitteilung außerdem zufrieden damit, „dass die Landesregierung ihr Vorhaben einer verdachtslosen Videoüberwachung aller Fahrgäste zumindest für die Westküste vorerst aufgegeben hat. Es gibt in der Tat wenig Gewalt in Schleswig-Holsteins Zügen, niemand beobachtet die anderswo gefertigten Videobilder und auch zur nachträglichen Aufklärung greift die Polizei fast nie auf Überwachungsvideos zurück.“

Während in Sachen Marschbahn die Entscheidung also offenbar gefallen ist, bleibt der künftige Betrieb des Autozuges weiterhin unklar. Obwohl die DB Netz AG als Vergabeinstanz den beiden Bewerbern RDC und DB Fernverkehr für den Syltshuttle Anfang der Woche mitgeteilt hat, ob und wie viele Trassen jeder erhält, schweigen sich alle Beteiligten zu dem Thema aus.

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