Nach den Stürmen : Die neueste schmalste Stelle von Sylt

Hier hat Sylt stark an Landfläche verloren.
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Hier hat Sylt stark an Landfläche verloren.

Eigentlich galt immer Rantum als schmalste Stelle der Insel – doch nach den Sturmfluten ist es auch in List recht eng geworden.

shz.de von
17. Januar 2015, 05:05 Uhr

Bisher gab es ganz klar eine schmalste Stelle auf der Insel, so steht es zumindest im Sylt-Lexikon: Kurz hinter Rantum, ungefähr auf Höhe des Strandabschnitts Samoa, wo Ost- und Westküste nur etwa 500 Meter voneinander entfernt sind.

Nach vielen Sturmfluten in den vergangenen Jahren und zuletzt den Stürmen „Elon“ und „Felix“ hat ein Punkt auf der Insel hoch im Norden allerdings so stark an Landfläche verloren, dass den 500 Metern in Rantum der Rang abgelaufen wurde: Die Sandkurve in List, also der Streifen zwischen Königshafen und Westküste, sei jetzt die schmalste Stelle der Insel, bestätigt Hendrik Brunckhorst, Pressesprecher des Landesbetriebs für Küstenschutz (LKN).

„Vor einer Woche war gerade mal eine Ecke von einem Geotextilien-Sack zu sehen“, erklärt der besorgte Lister Jürgen Wolf-Diedrichsen. Nach den beiden Stürmen sind die Textilien am Übergang zum Ellenbogen auf der Westseite freigespült und die Randdünen dahinter teilweise abgebrochen. Die Geotextilien werden dort zum Küstenschutz angewendet.

Nur noch 15 bis 20 Meter hohe Dünen schützen die dahinter liegende Straße, so Wolf-Diedrichsen. Er befürchtet, dass die spektakulären Bilder vom tosenden Meer am Roten Kliff oder auch die dramatischen Verluste an der Hörnum Odde die ebenfalls großen Sand- und Dünenverluste im Inselnorden in den Hintergrund treten lassen.

„Wir haben die Entwicklung an dieser Stelle schon immer mit besonderem Augenmerk verfolgt“, so Brunckhorst. „Um die Schäden möglichst auszugleichen, werden dort in diesem Jahr Sandvorspülungen durchgeführt.“ Die Details werden allerdings erst bei der jährlichen Strandbereisung festgelegt, die voraussichtlich im März stattfinden werde. Einen genauen Termin dafür gibt es noch nicht.

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