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„Sylt Shuttle plus“ und „Autozug Sylt“ : Die neuen Autozüge werden startklar gemacht

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ab Mitte Dezember sollen neue Loks und Waggons über den Hindenburgdamm rollen: Von „Sylt Shuttle plus“ und „Autozug Sylt“

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erstellt am 09.Okt.2015 | 05:56 Uhr

Sylt | Neue Farben, neue Namen, neues Logo: Rot-Weiß gegen Blau, „Sylt Shuttle plus“ gegen „Autozug Sylt“ – die beiden Betreiber des Autozugs, der Sylt mit dem Festland verbindet, rüsten optisch und auch technisch auf für den Wettbewerb, der Mitte Dezember dieses Jahres beginnt. Bei Präsentationen in Husum und in Kiel zeigten die Konkurrenten erstmals Fotos derjenigen Waggons und Lokomotiven, mit denen sie künftig über den Hindenburgdamm fahren wollen.

Die DB Fernverkehr AG, zuständig für den Sylt Shuttle, bleibt zwar beim altbekannten Design, setzt allerdings ein „plus“ hinter ihren Schriftzug. Als deutlichen Hinweis darauf, dass künftig nicht nur Kraftfahrzeuge und Motorräder transportiert, sondern zusätzlich mit Dieseltriebwagen auch Personen ohne Auto sowie Fahrräder befördert werden. Der Sylt Shuttle plus soll zwischen den Bahnhöfen in Niebüll und Westerland angekoppelt an die Autotransportwagen fahren. Ab Niebüll soll es dann eigenständig weitergehen bis Bredstedt oder sogar Hamburg-Altona. Als Haltepunkte unterwegs sind – je nach Streckenlänge – Langenhorn, Bredstedt, Husum, Heide, Itzehoe und Elmshorn vorgesehen. Mit genau diesem „Kniff“ war es der Bahn gelungen, für ein Jahr den Zuschlag für den Mammutanteil der sogenannten Trassen des Autozugs zu erhalten und damit RDC auszustechen. Dem Konkurrenten wurde zwar ein zehnjähriger Rahmenvertrag zugesprochen, allerdings nur für wenige Trassen. Außerdem erhielt das Unternehmen einige Abfahrten, die jährlich neu vergeben werden.

Ab Mitte Dezember wird RDC in der Woche sechs Mal pro Tag und Richtung fahren, an den Wochenenden acht Mal je Tag und Richtung. Die Bahn dagegen steigert ihre Autozugabfahrten deutlich um über 40 Prozent auf 20.000 im Jahr, davon sollen täglich zehn der Personentriebzüge zum Einsatz kommen. In den zweiteiligen Waggons gibt es 146 Sitzplätze und 154 Stehplätze, in Mehrzweckräumen an den jeweiligen Enden werden dann Kinderwagen und Fahrräder untergebracht. Für den Personenverkehr auf der Strecke sollen die Fahrpreise des DB Fernverkehrs gelten und damit ausdrücklich, so die Mitteilung der Bahn, dem Schleswig-Holstein-Tarif von NAH.SH keine Konkurrenz gemacht werden. Allerdings gibt es Fernverkehrsangebote wie Bahncard und Sparpreise sowie reservierte Sitzplätze für Zeitkarteninhaber.

Bei RDC laufen vor allem die Arbeiten an den Transportwaggons auf Hochtouren, erklärte Unternehmenssprecherin Meike Quentin. In der Startphase sollen ausschließlich Flachwagen eingesetzt werden, die aktuell in einer Werkstatt in Moers für die speziellen Anforderungen der Autozugverbindung nach Sylt umgebaut werden. „Es handelt sich dabei um Schwerlast-Flachwagen für eine Zuladung bis zu 50 Tonnen“, so Quentin. „Das sind Waggons, wie sie auch beim Sylt Shuttle tagtäglich eingesetzt werden.“ Diese Flachwagen entsprächen den besonderen Sicherheitsanforderungen des Hindenburgdamms und seien vom Eisenbahnbundesamt zertifiziert, betont die RDC-Sprecherin. Anfang Mai noch hatten erste Testfahrten des Unternehmens mit sehr simpel und provisorisch wirkenden Waggons für Aufregung und Empörung auf der Insel gesorgt.

Künftig will RDC aber auch Doppelstock-Wagen einsetzen: Der Auftrag für den Neubau sei raus, die Waggons würden nach modernstem Standard konstruieren, Scheibenbremsen sollen für deutlich weniger Lärm sorgen. Auf Umweltschutz setzt auch die Deutsche Bahn mit ihren Loks: Ein neues Konzept mit anderen Motoren soll für niedrigen Energieverbrauch und geringe Emissionen sorgen. Zwei davon sollen bereits dieses Jahr fahren, fünf weitere 2016.

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