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Elf Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss : Die Muschelfischer von Hörnum

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Sylter Rundschau präsentiert ausgewählte Kapitel des Buches „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“.

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2015 | 05:51 Uhr

Es gibt viele schöne, besondere und interessante Orte auf Sylt. 111 davon hat Autorin Sina Beerwald gesammelt und in dem Buch „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“ veröffentlicht. In einer neuen Serie veröffentlicht die Sylter Rundschau in loser Folge elf Kapitel aus dem Buch. Heute geht es um die Muschelfischer im Süden der Insel.

Vom Hörnumer Hafen aus kann man die Muschelbänke im Wattenmeer erahnen – von Nahem betrachtet sieht man jeweils 100 Meter lange Netze an Schwimmkörpern in mehreren Reihen im Wasser hängen. Das sind sogenannte Smartfarms, die seit 2006 die Besatzmuschelfischerei durch ein Prinzip ersetzen, bei dem nicht mehr der Wattboden abgefischt wird und die Miesmuscheln anschließend zum Reifen auf den Zuchtflächen ausgelegt werden. Vielmehr sollen sich nun Miesmuschellarven an den Netzen ansiedeln und sich zu Besatzmuscheln entwickeln, da deren Import rechtlich eingeschränkt ist.

Jeder Muschelfischer der Erzeugerorganisation Schleswig-Holsteinischer Muschelzüchter hat seine Felder, die mit Pricken auf zirka 250 Quadratmetern abgesteckt sind. Rund zwei Jahre und mehrere Umsetzungen dauert es, bis aus einer acht bis zehn Millimeter großen Larve eine etwa sechs Zentimeter große, erntereife Miesmuschel geworden ist. Die Erntesaison erstreckt sich von Juli bis Jahresende. Der Markt ist hart umkämpft, es gibt nur acht Lizenzen für Schleswig-Holstein, und jährlich müssen die Fischer um einen guten Ertrag und damit um ihre Einnahmen bangen.

Der Fang wird per Laufband noch auf dem Schiff durch eine Waschanlage befördert und gesäubert in große Spezialsäcke verpackt. Diese gut 1  000 Kilogramm schweren Big Bags werden per Kranarm auf einen Lkw verladen, der die Meeresfrüchte zu den Hauptabnehmern nach Belgien, Frankreich und in die Niederlande bringt.

Die Regel, nach der Miesmuscheln nur in Monaten gegessen werden dürfen, die ein „r“ im Namen tragen, kann man übrigens getrost über Bord werfen. Sie entstammt der Vergangenheit, als noch keine ununterbrochene Kühlkette gewährleistet werden konnte und die Muscheln in der Sommerhitze schnell verdarben. Der Muschelkutter
»Wyk 8« hievte im September 2014 übrigens noch einen ganz anderen Fang an Land: Sie leisteten Seenotrettung und brachten eine Segeljacht am Fangarm schwebend in den Hafen.


Das Buch „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“ ist im emons-Verlag erschienen. Preis:

14,95 Euro, ISBN 978-3-95451-511-0

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