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Sylter Buchmarkt : Die Lieblingsbücher der Sylter

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Was lesen die Sylter? Seit dem Wochenende gibt es den „Sylter Kanon der Literatur“ mit den Lieblingsbüchern zahlreicher Insulaner.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2014 | 05:03 Uhr

Die Badebuchhandlung in der Westerländer Friedrichstraße platze am vergangenen Sonnabend aus allen Nähten. Grund für die vielen lesenden Besucher war der erste „Sylter Kanon der Literatur“, der bei einem feierlichen Sekt-Empfang in gebundener Form vorgestellt wurde.

In dem Literaturkanon stellen auf 68 Seiten Sylter ihre Lieblingsbücher vor. Rolf Klaumann von der Westerländer Badebuchhandlung rief im Mai dieses Jahres alle Bücherfreunde der Insel dazu auf, einen kurzen Text über ihr liebstes Werk zu verfassen (wir berichteten). Zusammengekommen ist dabei ein buntes Potpourri aus verschieden Genres, geeignet für jedes Alter.

Buchhändler Rolf Klaumann ist über einen befreundeten Buchhändler aus Essen, auf die Idee gekommen, den Sylter Literaturkanon ins Leben zu rufen. Deutschlandweit sind insgesamt 20 Buchhändler an der Aktion beteiligt und haben Leseratten aus ihren Regionen dazu gebracht, 1500 bis 2000 Zeichen über ihr Lieblingsbuch zu verfassen und in einem regionalen Kanon zu veröffentlichen.

Klaumann freut sich über die positive Resonanz auf der Insel: „Es war eine tolle Zusammenarbeit und hat mir unglaublich viel Freude bereitet“, erzählt er, „in jeder Zeile kann man lesen, dass es den Autoren Spaß gemacht hat, ihre Artikel zu schreiben und genauso Spaß macht es, die Texte zu lesen und Buchempfehlungen daraus mitzunehmen.“

Ein Autor ist Mark Dankhoff, der den Titel „Tadellöser und Wolff“ von Walter Kempowski eingereicht hat: „Ich habe das Buch bestimmt 700 Mal gelesen“, erzählt er begeistert, „und ich finde immernoch Stellen, bei denen ich mich frage, ob ich sie 699 Mal überlesen habe. Vielleicht schaffe ich es ja, das Buch über den Literaturkanon auch anderen nahezubringen.“

Immernoch begeistert von ihrem Lieblingsbuch ist auch Kunsthandwerkerin Anka Weber. Sie hat über das Buch „Der Distelfink“ von Donna Tartt einen Beitrag verfasst: „Es ist wirklich ein geniales Werk, von dem ich nach wie vor total hingerissen bin.“ Jetzt ist sie aber auch gespannt, was die anderen Autoren empfehlen: „Das ist ja das spannende an dem Literaturkanon: Manche Bücher werde ich bestimmt nur lesen wollen, weil sie in dem kleinen Büchlein stehen“, sagt sie.

Rolf Klaumann hat seinerseits natürlich auch sein Lieblingsbuch zu dem Kanon beigesteuert: „Jim Knopf und der Lokomotivführer, denn mit diesem Buch habe ich Lesen gelernt und es hat mich durch meine gesamte Kindheit begleitet“.

Viele Bücher aus dem Literaturkanon sind im Handel erhältlich, allerdings nicht alle, denn einige Autoren wählten Titel, die nicht mehr lieferbar sind. Klaumann erklärt: „Bei dem Projekt ging es nicht darum, aktuelle Bücher in den Vordergrund zu rücken, sondern um die persönliche Erfahrung mit dem Lieblingsbuch, das einen am meisten beschäftigt hat.“

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