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Elf Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss : Die Kirche St. Martin in Morsum

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In einer neuen Serie präsentiert die Sylter Rundschau ausgewählte Kapitel des Buches „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“.

Es gibt viele schöne, besondere und interessante Orte auf Sylt. 111 davon hat Autorin Sina Beerwald gesammelt und in dem Buch „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“ veröffentlicht. In einer neuen Serie wird die Sylter Rundschau in loser Folge elf Kapitel aus dem Buch abdrucken. Heute geht es um die Kirche St. Martin in Morsum.

 

Ursprünglich war im 13. Jahrhundert für die Erbauung der Kirche ein Stück Land im Osten der Insel ausersehen worden, das heute im Watt liegen würde. Das Baumaterial war bereits vor Ort, als der Sage nach die Steine »von unsichtbarer Hand« über Nacht an den heutigen Standort der Kirche verbracht wurden. Wem auch immer damals die Auswahl des Baugrundstücks nicht gepasst haben mag, die Morsumer deuteten dieses Geschehen jedenfalls als Fingerzeig Gottes und fügten sich.

Eine genaue Datierung des Baus ist aufgrund fehlender Urkunden nicht möglich. Das verwendete Baumaterial – Granit-, Tuff und Backstein – lässt auf das letzte Drittel des 12. Jahrhunderts
schließen, und damit wäre St. Martin der älteste noch erhaltene Sakralbau der Insel.

Ursprünglich ohne Turm erbaut, wie früher bei einfachen Landkirchen durchaus üblich, steht seit 1984 nordwestlich des Kirchenschiffs ein so genannter Glockenstapel inmitten des Friedhofsgeländes. Eine hölzerne, offene, auf vier Ständern ruhende Konstruktion mit achteckigem Helm, in dem die Glocke mit den Inschriften »Glori gloria in exelsis Deo 1767« (sic) und »me fecit Johann Nicolaus Bieber in Hamburg« hängt, die noch immer per Hand geläutet wird.

Leider sind die alten Grabplatten nicht mehr erhalten beziehungsweise wurden aus der Not heraus im Ort längst als Wegplatten und dergleichen verwendet, andernfalls wäre noch ersichtlich, dass es Morsum früher zweimal gab: Die Häuser rund um die Kirche – und in gleicher Abfolge angelegt die Gräber der ehemaligen Hausbewohner um das Gotteshaus herum, ein Abbild der Stadt, quasi ein »inner circle« der Verstorbenen. Geldnot herrschte, als die Bleibedachung des Kirchenschiffes 1895 verkauft und durch Schiefer ersetzt wurde. Die schlichte Kirche trägt als einzigen Wandschmuck drei Tafeln mit den Namen der Pastoren, die seit der Reformation hier gewirkt haben.

 

 

Das Buch „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“ ist im emons-Verlag erschienen und kostet

 

14,95. ISBN 978-3-95451-511-0


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erstellt am 13.Apr.2015 | 05:45 Uhr

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