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Windsurf Worldcup : „Die Kids wollen doch keine alten Männer sehen“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Surf-Ikone Robby Naish besucht das Finalwochenende des Worldcups, spricht über die Zukunft des Surfens und seine Idee, noch einmal beim Finale auf Hawaii mitzusurfen.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 17:01 Uhr

Kitesurfen und Stand-Up-Paddling haben dem Windsurfen längst den Rang abgelaufen. Weltweit sind beide Märkte inzwischen drei- bis viermal so groß wie der für die einstige Funsportart Nummer eins. Dennoch hat das Surfen mit Segel nach Ansicht von Robby Naish und Matthias Neumann nach wie vor eine Zukunft – als Freizeitsport genauso wie als Event-Sportart. „Windsurfen ist nicht einfach und schnell zu lernen, aber wer es einmal gemacht hat, ist ein Leben lang davon fasziniert“, ist sich Windsurf-Ikone Robby Naish sicher. „Für die meisten wird es ein Feriensport wie das Skilaufen sein, weil ihnen zuhause die Bedingungen dafür fehlen und das Equipment viel Geld kostet.“ Wie keinem anderen Sportler, außer vielleicht Skirennfahrer Willy Bogner, ist es dem 50-jährigen Hawaianer gelungen, seinen Namen zu einer weltbekannten Marke zu machen. Vor allem bei Kitern und Steh-Paddlern ist Equipment aus dem Hause „Naish“ kaum wegzudenken.

Für das Finalwochenende beim Sylter Worldcup ist Robby Naish für vier Tage extra von Maui nach Sylt geflogen. Trotz Kälte und fehlenden Wellen lässt er sich das größte Surf-Event der Welt nicht entgehen. Und ist überzeugt, dass der Sport, der ihn - und den er - groß gemacht hat, aus der Talsohle wieder herauskommt. „Es ist gut, dass mit Philip Köster die junge Generation das Sagen hat. Damit wird der Sport auch bei den Kids wieder cool, die es zuletzt für ein Ding für ihre Väter gehalten haben. Die wollen nicht mehr die alten Männer wie Dunkerbeck, Flessner, Albeau oder mich sehen.“ Dass sich das Windsurfen selbst groß verändern wird, glaubt Naish hingegen nicht. „Es ist, was es ist.“

Obwohl auch Worldcup-Organisator Matthias Neumann vor allem dem Stand-Up-Paddling ein „riesiges Potenzial“ bescheinigt, wird der über 30 Jahre gewachsene Sylter Windsurf-Cup seiner Meinung nach weiterhin einzigartig bleiben. „Sicherlich werden wir da auch dem SUP mehr Raum geben. Ansonsten sind wir auf einem so hohen Level angekommen, das wir weiterentwickeln wollen - die Wettkämpfe auf große Leinwände übertragen, die Energie selbst produzieren, nur noch Elektroboote benutzen...“ Und Naish ist sicher, dass die Leute weiterhin in Scharen kommen werden. „Es gibt Millionen Leute, die mal gesurft sind und die von dem, was sie hier zu sehen kriegen, fasziniert sind, weil es ihrem Lebensgefühl entspricht.“

Ein Lebensgefühl, dass kaum jemand so sehr verkörpert wie Robby Naish, der zwar nichts von „Oldie-Contests“ hält, sich aber durchaus vorstellen kann, sich nochmal mit den aktuellen Cracks zu messen. Möglicherweise beim diesjährigen Worldcup-Finale auf Hawaii. „Warum nicht“, sagt der Altmeister, der sich durchaus Chancen ausrechnet. „Das ist mein Heimat-Spot und außerdem war ich in diesem Jahr garantiert mehr auf dem Wasser als alle anderen.“

 

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