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Landtagswahl 2017 : „Die Jugend wird oft gar nicht erreicht“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am Schulzentrum Sylt wurden bereits die Stimmen für die Juniorwahl abgegeben, viele Jugendliche dürfen aber erstmals auch „richtig“ wählen.

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erstellt am 06.Mai.2017 | 04:48 Uhr

Eine sensationell hohe Beteiligung an der Landtagswahl wird von der Insel bereits vor Öffnung der Wahllokale morgen früh um 8 Uhr gemeldet: Von 266 Wahlberechtigten haben 251 ihre Stimmen abgegeben – „das sind exakt 94,36 Prozent“, sagt Gymnasiast Clemens Mauksch. „Bekanntgegeben wird das Ergebnis allerdings erst am Sonntagabend nach Schließung der echten Wahllokale.“ Dann erst werden auch am Schulzentrum Sylt die Stimmen der Juniorwahl 2017 ausgezählt, die als unterrichtliche Vorbereitung parallel zur Landtagswahl stattfand. Seit Beginn des 2. Halbjahrs haben sich die Klassenstufen 8 bis Q1 im Unterrichtsfach „Wirtschaft und Politik“ unter der Anleitung von WiPo-Lehrerin Mona Halfpap intensiv mit der Landtagswahl beschäftigt: Es wurden Referate zum Wahlsystem, zur Geschichte und den Programmen der politischen Parteien gehalten oder der Wahl-o-mat ausgiebig getestet. Alles nicht nur als politische Bildung, sondern auch als ganz konkrete Vorbereitung für den morgigen Tag. Denn von den Schülern des Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule gehören viele zu den 734 Sylter Erstwählern unter 18 Jahren.

„Wählen gehen ist der einfachste Weg, sich an der Gestaltung von Politik zu beteiligen“, findet Clemens Mauksch. „Und wählen gehen ist aktive Mitbestimmung. Damit unterstützen wir unsere Staatsform der repräsentativen Demokratie“, ergänzt sein Klassenkamerad David Saß. „Wer nicht wählt, sollte sich danach auch nicht über das Ergebnis beschweren.“ Anders als die beiden Gymnasiasten darf die 15-jährige Raja Brasen zwar am Sonntag noch nicht „richtig“ wählen, „aber im WiPo-Unterricht und durch die Juniorwahl haben auch wir jede Menge gelernt“, sagt die Schülerin der 9. Klasse. „Vorher wussten wenige Bescheid, haben sich über Politik nur aus eigenem Interesse informiert – sonst war das eher flach.“

Viel Kritik gibt es von den Schülern dagegen an den Politikern selbst: „Die Jugend wird zu wenig angesprochen, oft gar nicht erreicht“, sagt Clemens Mauksch. Damit würden alle Parteien – egal, aus welcher Richtung – ihre Chancen vertun. Außer den wichtigen Themen Umwelt- und Tierschutz sowie Bildung mit G8 und G9 stünde so gut wie nichts in den Programmen, das Jugendlichen wirklich auf den Nägeln brennt. „Wie steht es zum Beispiel mit der Modernisierung der Schulen“, fragt David Saß. „Schauen Sie sich doch nur mal um hier bei uns.“ Oder das wichtige Thema Internetausbau: „Das ist noch immer viel zu langsam, da hinken wir hier auf Sylt doch echt hinterher.“ Auch beklagt Saß eine „Zwangsjugendlichkeit“ der politischen Parteien in den sozialen Netzwerken. „Facebook ist mittlerweile ja völlig überaltert. Damit erreichen die keinen mehr von uns Jugendlichen.“ Die Schüler wünschen sich, direkt angesprochen und stärker einbezogen zu werden – aber auf Sylt seien Jugendorganisationen fast aller Parteien leider kaum präsent.

Zum Wahlausgang für den Kieler Landtag wagt keiner der Schüler ein Prognose. „Das könnte extrem knapp werden“, sagt Clemens Mauksch. Für die Juniorwahl am Schulzentrum dagegen erwartet er ein klares Ergebnis: „Ich schätze, da wird eine bekannte Partei mit 80 Prozent ganz vorne liegen.“ Aber ausgezählt wird auch dort erst am Sonntagabend ...

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