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Wildblumen auf Sylt : Die Insel wird bunt und wild

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Umweltausschuss stellte Umweltamtsleiterin Ruth Weirup neue Ideen für die Bepflanzung von Rabatten und Verkehrsinseln in der Gemeinde Sylt vor.

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erstellt am 07.Okt.2017 | 05:48 Uhr

„Blumen pflücken ausdrücklich erlaubt“, könnte es bald in der Gemeinde Sylt heißen. Denn wenn es nach dem Umweltamt geht, soll die Zeit von akkurat gemähten Rasenflächen und Stiefmütterchen am Straßenrand bald vorbei sein: Im jüngsten Umweltausschuss der Gemeinde Sylt stellte Ruth Weirup, Leiterin des Amts für Umwelt und Bauen, neue Ideen über die Bepflanzung von Rabatten und Verkehrsinseln in der Gemeinde Sylt vor.

„Wir wollen grundsätzlich in die Richtung Naturnahes Öffentliches Grün gehen“, erklärte Ruth Weirup den Ausschussmitgliedern. Das bedeutet: Norddeutsche Wildsträucher, Blumenwiesen Kräuterrasen und Wildblumen wie Malven, Kornblumen und Klatschmohn könnten das Straßenbild der Gemeinde Sylt bald entscheidend verändern. Das habe sowohl ökologische als auch ökonomische Gründe, denn im Gegensatz zu Rasenflächen, die etwa zehn bis 15 Mal im Jahr gemäht werden müssen, sei Wildblumenrasen wesentlich pflegeleichter.

So wie am Hindenburgufer in Kiel könnte es auch bald auf den Verkehrsinseln der Gemeinde Sylt aussehen.
So wie am Hindenburgufer in Kiel könnte es auch bald auf den Verkehrsinseln der Gemeinde Sylt aussehen. Foto: Marxen-Drewes

In vielen Regionen Deutschlands gebe es bereits gute Erfahrungen mit der naturnahen Gestaltung von öffentlichen Flächen, sagte Weirup. Und auch die Mitglieder des Umweltausschusses waren von der Idee angetan: „Jede Wildblumenwiese sieht schöner aus als ein ungepflegtes Stück Grasland“, betonte Claus Mungard, Ortsbeiratsvorsitzender in Morsum. „Man tut damit viel für die Natur, für die Tiere und fürs Auge der Menschen. Andererseits braucht man das nicht mehr pflegen und mähen – was viel Geld kostet – und hat einfach eine schöne bunte Wiese.“ Und in der Tat: Bienen, Vögel, Schmetterlinge und Insekten finden in den Wildblumenwiesen einen neuen Lebensraum und bilden einen starken Kontrast zu den monotonen Rasenflächen, die man meist in Städten und Dörfern vorfindet.

Über die kommenden Wintermonate sollen für alle Rabatten, öffentliche Flächen und Verkehrsinseln der Gemeinde Sylt unter anderem Größe, Lage, Ist-Zustand und ein Vorschlag für den künftigen Zustand inklusive Kosten ermittelt werden. „Damit wollen wir den Leistungsumfang für die Grünflächenerhaltung ermitteln und das als Kalkulationsgrundlage für Personal- und Materialeinsatz nutzen“, so Weirup. „Das wird später die Grundlage für die Budgetierung“. Ende März soll es dann ein fertiges Konzept geben, inklusive Kosten, das den Ortsbeiräten und erneut dem Umweltausschuss vorgestellt werden soll.

Es gebe auf der Insel ein Pilotprojekt, das bereits umgesetzt wurde. So könne man sich auf einer Verkehrsinsel in Westerland bereits im kommenden Frühjahr ein Bild davon machen, wie es auf den öffentlichen Flächen der Gemeinde Sylt vielleicht bald blühen wird. Dafür wurde auf der Mittelinsel im Bahnweg, östlich vom Wenningstedter Weg, eine spezielle „Verkehrsinselmischung“ gestreut. „Diese wächst nicht so hoch und muss nur ein bis zweimal im Jahr gemäht werden“, erklärt Ruth Weirup. Gleiches soll in Kürze auch im Trift, den kleinen Verkehrsinseln in der Bastianstraße und der Wiese in der Süderstraße geschehen. Dafür werden noch verfügbare Haushaltsmittel aus dem Jahr 2017 verwendet.

Auf den beliebten Krokuswiesen der Gemeinde Sylt soll der Boden aufgelockert werden und ein Blumen- und Kräuterrasen eingesät werden. „Das wird auch im Husumer Schlosspark so gemacht“, so Ruth Weirup.

Wenn die Idee bei den Kommunalpolitikern ankommt, könnte die Gemeinde Sylt auch Mitglied in dem Verein „Naturgarten“ werden. Dieser widmet sich dem Ziel, die Artenvielfalt in der freien Landschaft und im Siedlungsraum zu fördern und zu bewahren. Außerdem könnte sich Ruth Weirup auch durchaus vorstellen, eine Regionalgruppe zu gründen. „Vielleicht gibt es ja auch Bürger die Lust haben, sich aktiv daran zu beteiligen“.

Auch, wenn das Projekt gut bei den Mitgliedern des Umweltausschusses ankam, wurde der Wunsch geäußert, das Vorhaben unbedingt in die Ortsbeiräte zu geben. „Jeder Ort sollte selbst entscheiden, ob der Weg für ihn so fortgeschritten werden soll“, sagte Mario Pennino (SWG). „Es ist immerhin Geschmackssache und es kann auch sein, dass einige Ortsteile sagen, dass das Gestrüpp sei, das sie nicht haben wollen.“

 

 

 

 

 

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