Die Insel im Fokus der Medien

Dass Sylt nicht nur schicke Villen und Reetdach-Anwesen hat, will die Dokumentation am Freitagabend demonstrieren.
Dass Sylt nicht nur schicke Villen und Reetdach-Anwesen hat, will die Dokumentation am Freitagabend demonstrieren.

Am Freitag wirft die NDR-Nordstory einen Blick auf typische Sylter Probleme, am Sonntag zeigt Judith Rakers die Sonnenseiten der Insel

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29. Mai 2018, 05:30 Uhr

Das Interesse an Sylt ist groß, das belegen auch die zahlreichen TV-Formate, die auf der Insel gedreht und deutschlandweit ausgestrahlt werden. Und das Thema kommt an: Die etwas seichte Komödie „Ausgerechnet Sylt“, die Anfang des Monats im ZDF lief, war sogar der Quotensieger des Abends. Die Geschichte über einen Immobilienhai, dem bei einem Projekt auf Sylt unerwartet die Gefühle in die Quere kommen, entsprach mehr dem Geschmack des Fernsehpublikums als zum Beispiel die ARD-Show „Hirschhausens Quiz des Menschen“: 5,23 Millionen Zuschauer schalteten ein, der Marktanteil lag 17,5 Prozent.


Die Nordstory: Wohin mit den Syltern?

Am kommenden Freitag, 1. Juni, zeigt der NDR um 20.15 Uhr eine neue Reportage von der Insel. Der Titel: „Wohin mit den Syltern?“. Die Sendung möchte hinter die Fassade der Insel schauen und fragt: „Welche Probleme haben die Menschen, die auf Sylt leben und arbeiten? Und: Wird es bald überhaupt noch echte Sylter geben?“ Das Fernsehteam hat unter anderem Marcus Kopplin, den Leiter des Kommunalen Liegenschaftsmanagements, begleitet. Im Auftrag der Gemeinde Sylt muss er Wohnraum schaffen. Hunderte Menschen stehen auf seiner Warteliste für bezahlbare, attraktive Wohnungen. Vor allem viele junge Familien verlassen die Insel mittlerweile, weil sie genau diese Wohnungen nicht finden und sich das Leben auf Sylt einfach nicht leisten können.

Außerdem beleuchtet die Reportage werdende Mütter, die hochschwanger zwei Wochen vor Geburtstermin die Insel verlassen müssen, weil die Geburtsstation der Inselklinik geschlossen wurde. Das ist nicht nur eine Umstellung für die Familien, sondern auch für die Sylter Hebammen: Sie können nicht mehr bei den Geburten helfen und unterstützen, sondern sind nur noch für Vor- und Nachsorge von Mutter und Baby zuständig. Die ist dafür umso intensiver, denn die Hebammen müssen die Familien vermehrt auch beruhigen, ihnen die Angst davor nehmen, dass sie im Notfall sogar mit dem Hubschrauber aufs Festland geflogen werden müssen. Ebenfalls belastend für einige Familien ist, dass ihre Kinder keine gebürtigen Sylter sind.

Ein weiteres Thema in der Sendung: Die Sylter Obdachlosenunterkunft. Hier hat Jan Klein das Sagen: Er ist Sozialarbeiter und kümmert sich seit sieben Jahren um Obdachlose auf der Insel. Er hilft Menschen, die vor der Zwangsräumung stehen oder berät Drogen- und Alkoholabhängige. Zu seiner Beratung kann jeder kommen, der Probleme hat. In der Unterkunft übernachten darf auch erst einmal jeder, der sonst auf der Straße schlafen müsste. Nur: Es dürfen nur die Menschen bleiben, die sich auch benehmen. Da hat Sozialarbeiter Jan Klein klare Regeln.

Die 60-minütige Sendung ist am kommenden Freitag, 1. Juni 2018, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen zu sehen.


Judith Rakers auf Sylt

Am Sonntag, 3. Juni, wiederholt der NDR um 20.15 Uhr eine Sendung von 2016. „Sylt und Amrum mit Judith Rakers – Inselgeschichten“ ist der Titel der Reportage, für die die Moderatorin trotz Höhenangst in 4000 Metern Höhe aus einem Flugzeug springt und danach mit Sylt-Expertin Silke von Bremen in Sylts Geschichte eintaucht. Von Jürgen Gosch erfährt Judith Rakers, wie der einstige Maurer zum Aaleverkäufer am Strand wurde und mit Uwe Behrens, dem Urvater des Wellenreitens, stürzt sich die Moderatorin in die Nordsee. Ulla Kock am Brink zeigt ihr, warum man beim Golfen auf Sylt besser flüstern sollte und von Saisonkraft Xenia erfährt sie, wie Saisonarbeiter auf Sylt leben und arbeiten.

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