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Orkan "Christian" : Die Insel hat Glück im Unglück

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am Tag nach dem Sturm ziehen Küstenschützer eine positive Bilanz. Auf der Insel beginnen unterdessen die Aufräumarbeiten.

Sylt | Mit Windböen von 43,7 Meter pro Sekunde hat das Orkantief Christian am Montag nicht nur über 100 Feuerwehreinsätze und mehrere hunderttausend Euro Schaden verursacht – auch die historische Sylter Sturmstatistik hat der Orkan durcheinandergewirbelt: Nach Messungen der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes in List jagte Christian mit den fünftstärksten Windböen seit Beginn der Windaufzeichnung im Jahr 1950 über die Insel. Stürmischer Spitzenreiter bleibt damit Orkan Anatol mit 51 Meter pro Sekunde. Und trotzdem: Es waren die heftigsten Windböen seit 32 Jahren.

Dirk Schnittgard (48), Inhaber der Dachdeckerei Heimsen, konnte sich bereits kurz nach Abklingen des Sturms einen Eindruck der Schäden machen. Er und seine Leute bekamen innerhalb der ersten 24 Stunden rund 150 Aufträge, von denen bis gestern schon rund 30 provisorisch abgearbeitet waren. „Nach dem ersten Blick auf die Dächer, erinnert mich das Ausmaß der Schäden an Erwin (2005) – Anatol war aber schlimmer“, so der Fachmann. Am Morgen nach dem Sturm machten sich gestern auch Westerlands Wehrführer Jörg Elias und Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthard ein Bild der Lage. Trotz der vielen Einsätze und Schäden an Gebäuden sowie umgestürzter Bäume waren sie sich einig: Die Insel sei noch einmal glimpflich davongekommen. „Es war schlimm, aber nicht so schlimm wie bei Anatol“, analysierte Elias. Nachdem die Einsatzkräfte am Montag die Syltklinik evakuieren mussten – der Wind hatte Fenster eingedrückt – konnten die 190 Bewohner am Abend wieder in die Einrichtung zurückkehren. Die Nacht hatten sie in der Halle 28 auf dem Fliegerhorst verbracht.

Aufatmen konnten gestern auch die Naturschützer mit dem Blick auf Sylts Strände: „Abgesehen von der Hörnum Odde sehen die Strände besser aus als erwartet“, sagte Manfred Ueckermann vom Landschaftszweckverband (LZV) nach einer ersten Strandbereisung. „Wir haben Glück gehabt.“ Nach Ansicht von Arfst Hinrichsen vom Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) sei dies auf den nicht ganz so hohen Wasserstand von im Schnitt 1,50 Meter über dem mittleren Tidehochwasser zurückzuführen. Verlierer des Sturms bleibt die Hörnum Odde: Hier zeigten sich gestern starke Dünenverluste von mehreren Metern. So liegt die Treppenanlage zum Unterfeuer jetzt in der Abbruchkante. Trotz des massiven Sandverlustes gibt es laut Küstenschützer Arfst Hinrichsen im Inselsüden keinen Grund zur Panik: „Der bestand der Odde ist nicht gefährdet.“

Video: www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/


 

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erstellt am 30.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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