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Sylter Rundschau

25. September 2017 | 15:37 Uhr

Mahnwache : "Die Hoffnung stirbt zuletzt"

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf der oberen Promenade fand gestern eine Mahnwache zur Geburtshilfe statt / In Kiel und Oldenburg wurde auch protestiert

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 06:00 Uhr

„Ich habe wirklich Angst um meinen Berufsstand“, sagt die Sylter Hebamme Anke Bertram. Sie und knapp 25 weitere Insulaner nahmen gestern an einer Mahnwache zum Thema Geburtshilfe auf der Insel teil. Am 1. Januar diesen Jahres wurde die Geburtenstation in der Asklepios Nordseeklinik geschlossen.

Nicht nur auf Sylt wurde gegen die Schließung der Station protestiert – in Schleswig-Holstein fanden gestern zwei weitere Aktionen statt, bei denen für den Erhalt flächendeckender Geburtshilfe im Land protestiert wurde. Auf dem Kieler Rathausplatz wurde aufgrund der bereits geschlossenen Geburtshilfestationen in der Landeshauptstadt ebenfalls eine Mahnwache veranstaltet. Und auch in Oldenburg standen Kommunalpolitiker und eine Bürgerhilfe beisammen, um gegen die geplante Schließung der örtlichen Geburtshilfe zu kämpfen.

Die Sylter Aktion wurde von der Facebook-Gruppe „Rettet die Sylter“ rund um Jasmina Ben-Slimane organisiert. Ihr sei es wichtig, „auf die Missstände hier auf der Insel aufmerksam zu machen“. Und ein großes Thema dabei sei die fehlende Geburtshilfe und das Problem, dass es bisher keinen Notfallplan gebe. „Mir ist klar, dass die Geburtshilfestation in der Asklepios-Klinik nicht wieder geöffnet wird, doch so wie es jetzt ist, funktioniert es auch nicht.“ Den Mitgliedern der Gruppe gehe es nicht darum, parteipolitisch zu handeln oder Politiker hier vor Ort anzugreifen – „viele der Gemeindevertreter teilen ja auch unsere Meinung“, sagt Ben-Slimane. Sie distanziere sich somit auch von der Kritik auf der Facebook-Seite, die gezielt bestimmte Politiker ins Auge gefasst hat. „Diese Kritik spiegelt nicht den Konsens der Gruppe wieder und gemeckert wird ja immer“, sagt sie. Es müsse vielmehr etwas auf Landesebene passieren und da sei es für die Mutter zweier Kinder ganz klar, dass sie mit den weiteren Mitgliedern aktiv ist.

Mit diesem Gedanken ist die 30-jährige Daniela Turcekova aus Westerland auch zu der Mahnwache an der oberen Promenade gegangen. Sie ist in der 23. Woche schwanger und interessiert sich daher genau dafür, wie es nun weiter geht. „Es soll etwas passieren, ich möchte mir keine Sorgen machen müssen“, sagt sie. Diese Sorgen teilen die Mütter Mareike De Buhr und Ronja Asmussen mit ihr. Sie kamen mit ihren Kindern, Jona und Liene, zu der Mahnwache gestern Nachmittag. „Ich möchte nicht in der Haut der Schwangeren stecken“, sagt Asmussen, die sich sorgt, wenn sie daran denkt, wie es sein wird, wenn sie ein zweites Kind zur Welt bringen möchte. „Momentan sieht es ja eher schlecht aus, doch wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

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