Leckere Spezialität : Die Hochsaison für Matjes hat begonnen

... sagt Walter Blum und meint damit den frischen Matjes – als Fischbrötchen oder üppig drapierte Matjes-Platte. Fotos: sti/magulski
... sagt Walter Blum und meint damit den frischen Matjes – als Fischbrötchen oder üppig drapierte Matjes-Platte. Fotos: sti/magulski

Endlich ist wieder Matjes-Saison. Die gesunden und leckeren Heringe sind auf der Insel besonders beliebt – das wissen vor allem Walter Blum und Jünne Gosch.

shz.de von
27. Juni 2018, 05:30 Uhr

„Ein Matjes passt in jedes Portemonnaie“, sang Jünne Gosch schon vor vielen Jahren und traf damit nicht nur den Nerv der kulinarischen Sparfüchse, sondern auch den feinschmeckenden Trend der Zeit – und der hält bis heute ungebrochen an. „Matjes ist nach wie vor ein großes Thema“, bestätigt Walter Blum. Sylts größter und bekannter Frisch-Fisch-Händler ist bekennender Matjes-Fan und Experte, wenn es um den „absolut frischen und richtig geschnittenen Matjes“ geht. In seinem Bistro in Tinnum, aber auch in seinen weiteren Filialen auf der Insel, „ist die diesjährige Matjes-Saison wieder super angelaufen.“

Für Walter Blum ist eigentlich immer Matjeszeit, aber im Juni und Juli wird er besonders nachgefragt. In diesen Monaten verkauft Blum rund 20 Tonnen an die Sylter Gastronomie, in seinen Fischbistros und an den Endverbraucher. Tendenz steigend. Für den Fischhändler ist der pure Matjes „der leckerste“. In Kombination mit Hausfrauensoße (Schmand mit Äpfeln und Zwiebeln), Speckbohnen, sowie Kartoffeln, isst Blum den Matjes auch sehr gern.

Auch Sylts „Fischkönig“ Jürgen Gosch bestätigt die Beliebtheit von Matjes. Allein von seinem Matjesbrötchen werden etwa 1000 Stück täglich verkauft, heißt es aus dem Unternehmen. Rund 500 Kilogramm Matjes werden bei Gosch pro Woche als Tellergerichte serviert und etwa 5000 Matjesschalen gehen im Monat über die Gosch-Tresen. „Matjes ist bei uns der Klassiker, noch vor den Garnelen vom Grill“, sagt Jürgen Gosch, der den jungfräulichen Hering ebenfalls zu seinen Lieblingsfischen zählt.

„Matjes ist Kult und der Umsatz damit steigt jährlich“, weiß Walter Blum, der sich den Kult vor allem mit dem Trend zu regionalen Spezialitäten erklärt. „Früher war Matjes der Arme-Leute-Fisch. Aber früher war auch Biike nur Syltern bekannt, und heute wollen sie alle dabei sein.“ Matjes ist zwar keine Sylter, sondern eine holländische Spezialität, aber vor allem an der Nordseeküste gehört Matjes seit Jahrhunderten auf den Speiseplan. „Matjes ist eigentlich roher Fisch, quasi unser nordisches Sushi“.

Der Trend geht heute eindeutig hin zu kleinen und immer feineren Matjes-Delikatessen. Ganz nebenbei ist Matjes auch gesund. Er kann mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen ohne Weiteres mit Goji, Chia und Co. mithalten. Der hohe Anteil an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren macht den holländischen Lieblingshering so gesund: Denn diese Inhaltsstoffe senken den Blutdruck und den Cholesteringehalt.

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