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Sylter Rundschau

12. Dezember 2017 | 11:58 Uhr

Sylter Köpfe : Die Herrin der Sylter Royal

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sie ist die deutsche Austernprinzessin: Bine Pöhner vertreibt die Sylter Royal.

von
erstellt am 28.Aug.2013 | 14:27 Uhr

Der Fernsehsender Arte hat sie die deutsche Austernprinzessin getauft. Und klar – dieser Spitzname blieb kleben. „Ich finde ihn ganz niedlich“, sagt Bine Pöhner, seit acht Jahren Geschäftsführerin von Dittmeyer's Austern-Compagnie in List. Eine hofierte, verwöhnte Märchenprinzessin sei sie aber nicht, stellt die gebürtige Blankeneserin klar, wenn schon Prinzessin, dann schon eher Prinzessin Anne, „die hat auch nicht so etwas prinzessinenhaftes, die reitet und packt mit an“. Eigentlich möchte Bine Pöhner über ihr Privatleben aber gar nicht so viel reden. Wenn es der zierlichen Frau zu persönlich wird, und das wird es schnell, macht sie zu wie die Sylter Royal, die sie weltweit verkauft. Also nicht ganz zu –einen kleinen Spalt lassen die Austern ja auch offen, um Nährstoffe aus dem Wasser zu filtern.

Über Austern redet Bine Pöhner lieber: Dass sie gar nicht lebend gegessen werden, wie viele denken (denn beim Öffnen wird der Schließmuskel durchtrennt, dann sind sie tot. Dass sie sogar gelegentlich morgens, nach ihrem Tee, eine Auster isst. Und dass die pflegeintensiven Meerestiere früher gar kein Luxusprodukt waren, als vor Sylt noch die Europäische Auster geerntet werden konnte, die aber die Überfischung und einen garstigen Parasiten nicht überlebte.

Pöhner redet viel über Austern – entweder als Fachgespräch mit Kunden, die ihr jährlich rund eine Millionen Exemplare der Sylter Royal abkaufen. Und auch mit Austern-Neulingen, denen sie die Scheu vor dem ersten Austern-Mahl nimmt: „Schalten Sie jetzt einfach mal ihren Kopf aus!“

Sie selbst kann ihren Kopf abschalten, wenn sie mit Hund Coco spazieren geht. Und aufs Meer blickt: „Das finde ich völlig beseelend.“ Rund ums Jahr aufs Meer schauen kann sie allerdings nicht: Ein Drittel ihrer Zeit lebt sie auf Sylt, ein Drittel verbringt sie auf Reisen und ein Drittel in Hamburg. Momentan ist die Hamburg-Zeit auch ein wenig mehr als ein Drittel, da sie sich dort um ihre erkrankte Mutter kümmert. Familienmensch Pöhner? „Jein.“ Ja, weil sie ihre Mutter liebt und sich dafür entschieden hat, für ihre Mutter da zu sein. Nein, weil „ich auch gut allein sein kann.“

Allein ist sie auch viel gereist in ihrem Leben, das hat sie sich von ihrem Vater abgeschaut, der als Rohstoffhändler häufig viel unterwegs war. Pöhner lebte und arbeitete unter anderem in Australien, in Neuseeland, in Thailand, studierte zwischendurch in Hamburg BWL. Auch jetzt, wo sie auf Sylt Station gemacht hat, ist sie immer noch gern und häufig unterwegs. Besucht Kunden. Und ist einmal im Jahr als Reisebegleiterin unterwegs, als letztes auf einer Kreuzfahrt von Buenos Aires nach Kiel.

Egal was kommt – das Reisen möchte sie nicht missen: „Wenn man schöne Dinge erlebt hat, möchte man doch noch weitere erleben.“ Andenken aus aller Welt begleiten Bine Pöhner – ein Wunsch-Armband aus Salvador da Bahia in Brasilien, ein Aquamarin-Ring aus Rio de Janeiro und ein knallbunter Rucksack, bedruckt mit Schmetterlingen und Herzchen aus der Nähe der Niagarafälle: „Ich mag Erinnerungsstücke von Reisen, die mich täglich begleiten.“ Ihre Arbeit allerdings, die begleitet Bine Pöhne auch, in Form von Austernschalen, die im Badezimmer als Seifenschale oder im Arbeitszimmer als Aschenbecher stehen. So, wie es sich für eine Austernprinzessin gehört.

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