zur Navigation springen

Windsurfprofis : Die Gute-Laune-Brüder aus Bonaire

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Freestyle-Experten und Brüder Taty, Tonky und Choco Frans von der Karibik-Insel Bonaire erzählen, warum sie ihren Sport so lieben – und warum sie gerade auf Sylt unbedingt gewinnen wollen.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Ein breites Lächeln auf dem Gesicht gehört ebenso zu ihnen, wie ihre Leidenschaft fürs Surfen: Für die drei Brüder Taty, Tonky und Choco Frans ist der Surfcup auf Sylt das Ereignis des Jahres – und das, obwohl sie von der Karibik-Insel Bonaire stammen, die etwa sechzig Kilometer vor der Küste von Venezuela liegt, und eigentlich Temperaturen um 30 Grad gewohnt sind. „Aber die Sonne scheint ja und ein so großes Event mit so viel Publikum macht einfach viel Spaß und bringt Abwechslung“, erzählt Tonky, der mit seinen 30 Jahren der Älteste der Brüder ist, auf englisch. Zusammen mit Taty ist er bereits zum achten Mal beim Surfcup auf Sylt dabei. Nicht nur die Atmosphäre, sondern auch der Wind machen das Event zu einem ihrer Lieblingsplätze zum Surfen. „Perfekte Voraussetzungen wären 30 bis 32 Knoten, 30 Grad und Sonne“, erzählen sie lachend und auch wenn dieser Wunsch von den Temperaturen her wohl nicht erfüllt wird – „Die vielen Zuschauer geben einem extra Energie, dadurch wird der Wunsch, gewinnen zu wollen, etwas Beeindruckendes zu zeigen und Neues auszuprobieren einfach viel größer.“

Alle drei Brüder treten in der Disziplin Freestyle an. Tonky steht in der derzeitigen Wertung auf Platz vier, der 29-jährige Taty auf Platz sechs und der 24-jährige Choco auf Platz 36. Vor allem Tonky und Taty stehen also in direkter Konkurrenz zueinander. „Das wollen wir eigentlich nicht, aber es gehört irgendwie dazu und passiert ständig. Am Ende ist es besser, wenn der eigene Bruder einen schlägt, als jemand anders“, erzählt Tonky. Auf die Frage, wer von ihnen der Beste ist, wollen sie sich nicht festlegen. „Jeder fährt seinen eigenen Stil. Und weil wir so gerne hier sind, ist es uns so wichtig, hier unser Bestes zu geben und möglichst den Weltmeistertitel zu holen.“ Taty ist der Einzige der Brüder, der nicht nur Freestyle, sondern auch Slalom fährt. Er war deshalb bereits auf dem Wasser und hat es in die Finals geschafft. Tonky ist Slalom zu langweilig. „Ich mag die Sprünge und dass die Menschen beeindruckt davon sind, was wir machen. Einfach nur schnell zu fahren, ist nicht mein Ding.“

Angefangen mit dem Surfen haben alle drei etwa im Alter von elf Jahren. Sie hatten perfekte Voraussetzungen: Das Meer ist nur zwei Minuten zu Fuß von ihrem Elternhaus entfernt. In der Lagune dort gibt es warmes und vor allem flaches Wasser. „Deshalb ist es einfach, dort surfen zu lernen. Wenn man vom Brett fällt, kann man einfach wieder aufsteigen und weiter machen. Deshalb sind wir alle so schnell so gut geworden“, sagt Taty. Im Alter von 15 haben die Brüder dann angefangen, professionell zu surfen. „Ohne diesen Sport hätten wir niemals die Chance gehabt, so viel zu reisen und so unterschiedliche Leute kennen zu lernen“, so Tonky. „Seit wir Videos vom Surf Cup auf Sylt gesehen hatten, wollten wir immer hierher. Jetzt haben wir es geschafft.“

Surfen bedeutet für die Frans-Brüder in erster Linie Freiheit. „Du kannst du selbst sein, musst dir keine Sorgen machen. Du steigst einfach auf dein Brett und gleitest davon. Deshalb wird man so süchtig danach“, beschreibt Tonky die Faszination des Sports.

So lange nicht genug Wind fürs Surfen da ist, überbrücken die Brüder die Zeit auf dem Surfcup-Gelände und spielen Tischfußball mit den Surfer-Kollegen. Im Zelt der Surfer wird in erster Linie englisch gesprochen – auch wenn die Frans-Brüder ab und zu ein paar Worte Deutsch verstehen. Schließlich hat ihre Muttersprache Papiamentu neben portugiesischen, spanischen, und englischen Einflüssen auch Anteile aus dem Niederländischen. Von Sylt haben sie zu ihrem Bedauern aber noch kaum etwas gesehen. „Wir müssen ja immer hier sein, falls der nächste Heat gefahren wird.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen