Neue Kurdirektorin : Die Frau für Lists Tourismus

Leinen los: Lists neue Kurdirektorin Maiken Neubauer.
Leinen los: Lists neue Kurdirektorin Maiken Neubauer.

Maiken Neubauer ist neue Kurdirektorin im Inselnorden und möchte künftig die Angebote für Familien ausweiten.

shz.de von
17. August 2018, 17:10 Uhr

Üblicherweise werden die leitenden touristischen Positionen auf Sylt mit auswärtigen Bewerbern besetzt, was in der Vergangenheit nicht immer zum gewünschten Ergebnis führte. In List ist man nun einen anderen Weg gegangen: Mit Maiken Neubauer entschied sich die Gemeindevertretung für eine bewährte Mitarbeiterin des Betriebs – einstimmig.

Bereits seit neun Jahren ist die 54-jährige bei der Kurverwaltung List angestellt, wurde 2016 zur stellvertretenden Betriebsleiterin ernannt. Als Kurdirektor Boris Ziegler die Insel im Frühjahr verließ, warf Maiken Neubauer ihren Hut in den Ring: „Ich habe die fachlichen Befähigungen für diesen Posten, kenne den Betrieb“, konstatiert die neue Kurdirektorin, und auch die Familie bestärkte sie in ihrem Vorhaben.

Im Auswahlverfahren setzte sie sich gegen eine Reihe von Mitbewerbern erfolgreich durch – was ihr unmittelbar nach dem Beschluss der Gemeindevertretung persönlich mitgeteilt wurde. Das Gläschen Sekt, mit dem sie ihr Mann, ihre Tochter und ihre Mutter zuhause freudig erwarteten, mundete denn auch besonders gut.

Gefreut hat sich Maiken Neubauer indes nicht nur über das einstimmige Votum der Gemeindevertretung, sondern auch über die vielen Glückwünsche, die sie erreichten: „Das ist wirklich eine tolle Wertschätzung, die einem das Herz wärmt.“

Alle Wege führen nach Rom – und letztlich auch nach Sylt. Das stellte Maiken Neubauer fest, die einem alten Sylter Geschlecht entstammt – noch heute gut bekannt ist etwa ihr Großvater, der Sylter Familienforscher Alwin Pflüger. Er war es auch, der den Ausspruch tätigte: „Eine Reise aufs Festland, wie lange sie auch immer dauert, ist für einen Sylter nie mehr als ein Ausflug.“

Das kann Maiken Neubauer nur bestätigen, die nach 20-jähriger Abstinenz 2006 auf ihre Heimatinsel zurückkehrte. Bis dahin absolvierte sie – nach einer Ausbildung zur Hotelfachfrau im Landhaus Stricker – in Würzburg ein Studium der Betriebswirtschaft und arbeitete später in Frankfurt am Main als Unternehmensassistenz.

In der Kurverwaltung List fand Maiken Neubauer ein ideales Betätigungsfeld: „Die Aufgaben sind vielfältig und wir sind ein tolles Team, das sich zum Teil seit vielen Jahren kennt.“ Bis zu 34 Mitarbeiter in der Hochsaison hat die neue Kurdirektorin nun zu koordinieren, dazu warten etliche Themen auf sie: „Die weitere Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes und des ‚Lanserhofs‘ beispielsweise werden mich ebenso beschäftigen wie der bevorstehende Neubau der Strandkorbhalle.“

Wuchern will die neue Kurdirektorin weiterhin mit Lists bewährten Pfunden: „Der Hafen als ein Publikumsmagnet, die eindrucksvolle Natur, die weiten Strände – mit diesen Stärken positioniert sich List.“ Gleichwohl wird es auch die eine und andere Neuerung geben, „Veränderungen in kleinen, überlegten Schritten“ – so möchte die Kurdirektorin etwa die Angebote für Familien ausbauen. Wichtig ist ihr bei allen Planungen der enge Schulterschluss mit Gemeinde und Bürgermeister.

Die Freizeit, sie wird für Maiken Neubauer künftig knapper ausfallen. Familie, Spaziergänge und Gartenarbeit sorgen nach Feierabend für Zerstreuung. Und warum in die Ferne reisen, liegt das Gute doch so nah: Im Urlaub erkunden Maiken Neubauer und ihr Mann heute mit Vorliebe Deutschland – „zwischen Nordsee und den Alpen gibt es so viele faszinierende, unterschiedliche Landschaften.“ Schön, wenn man in einer davon seinen Arbeitsplatz als Kurdirektorin hat.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen