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Bürgermeisterwahl auf Sylt : Die ersten Kandidaten geben schon wieder auf

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die ersten werfen die Flinte ins Korn: Noch wollen eine Frau und sechs Männer für das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Sylt kandidieren.

von
erstellt am 24.Okt.2014 | 06:09 Uhr

Da waren es nur noch sieben ... Vier Tage bevor die Bewerbungsfrist für das Bürgermeisteramt der Gemeinde Sylt am kommenden Montag um 18 Uhr endet, erklären zwei der bisher neun möglichen Bewerber, dass sie vorab aus dem Rennen gehen: Der Hamburger Michael Stoß und der bayerische Journalist Daniel Köhler wollen doch nicht kandidieren. Zwei weitere Kandidaten machen dagegen ernst: Lars Schmidt hat gestern die für eine freie Kandidatur notwendigen 135 Unterschriften bei der Inselverwaltung abgegeben. Nikolas Häckel, der von SWG, SPD und SSW unterstützt wird und deshalb nicht auf Unterschriftenfang gehen musste, plant, seine Kandidatur heute anzumelden. Auch Bernd Reinartz, der von der CDU unterstützt wird, hat sein Antreten schon offiziell gemacht, genau wie die beiden parteilosen Kandidaten Gabriele Pauli und Robert Wagner.

Der Kölner Polizist Markus Ballentin scheint derweil kurz vor der Deadline noch um die notwendigen Unterschriften zu ringen: Auf seiner Facebookseite berichtete er in den vergangenen Tagen davon, wie er trotz Sturm und Regen versucht hat, mit den Insulanern ins Gespräch zu kommen. Die Bereitschaft, ihn mit Unterschriften für eine Kandidatur zu unterstützen, sei sehr groß, so der 40-Jährige. Unklar ist, ob der Kieler Wolfgang Laub noch an seinem Ansinnen festhält, Bürgermeister zu werden und dann die Hälfte seiner Bezüge zu spenden. Laub war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen – auch im Netz findet sich nichts über einen möglichen anhaltenden Wahlkampf.

Eine klare Ansage gegen eine weitere Kandidatur machte dagegen Daniel Köhler auf seiner Facebookseite. Der Journalist, der für den Bayerischen Rundfunk arbeitet, hatte unter dem Motto „Deiche statt Reiche“ einen satirischen Wahlkampf vor allem gegen seine Landsmännin Gabriele Pauli geführt (wir berichteten). „Ich habe das Projekt gestartet, um auf die willkürliche Besetzungslogik der Bürgermeisterpostens hinzuweisen, mich darüber lustig zu machen, aber auch um Menschen wieder für Lokalpolitik zu interessieren“, schreibt Köhler nun in einer Erklärung zum Ende seiner Kandidatur. Allerdings sei Wahlkampf, egal wie ernsthaft man ihn betreibe, zeitaufwendiger als er gedacht habe.

Einige seiner Pläne, auf die Köhler nicht genauer eingeht, habe er auf der Insel zudem nicht umsetzen können. Trotzdem sei er mit der Aktion zufrieden: „Alle, abgesehen von Frau Pauli und ihren Unterstützern, denen wir gehörig auf den Sack gegangen sind, hatten gehörig Spaß an der ganzen Sache. Ergebnis: Politik kann Spaß machen. Man muss es nur wollen. Und irgendwann wird auch mal ein lustiger, ein cooler Kandidat einen ordentlichen Posten übernehmen.“

Nicht ganz so positiv verabschiedet sich der Hamburger Michael Stoß von seinen Ambitionen, politisch auf Sylt eine Rolle zu spielen. Stoß war erst kürzlich auf der Wahlkampfbühne aufgetaucht, er wollte die Sylter mit großen „Visionen“ von sich überzeugen, plante unter anderem eine Sylt-Vignette, eine unterirdische Metrobahn von Klanxbüll und wollte das Amt am liebsten in einer Doppelspitze ausüben. Doch über die Reaktionen der Sylter auf diese Ideen ist Stoß dermaßen irritiert, dass er die Idee aufgab, den Insulanern ein Bürgermeister zu sein: „Sylter Bürger wollen keine Veränderungen! Als ob Veränderungen ansteckende Krankheiten sind. Ebenso kann ich kein Wir-Gefühl erkennen“, schreibt der 45-jährige Wirtschaftsingenieur. „Die Bürger interessiert mehr ihr eigenes kleines erschaffende Reich und nicht das einheitliche große und ganze Gefüge. Das macht es einem einzelnen Kandidaten an der Amtsspitze mit Visionen natürlich sehr schwierig diese umzusetzen.“ Sein Fazit aus diesen Erfahrungen lautet, dass er bei solchen Bürgern zu wenig Chancen habe, seine Ideen umzusetzen: „Ich habe die Befürchtung, mich zu sehr mit internen Nachbarschaftsstreitigkeiten und Rechtfertigungen auseinandersetzen zu müssen anstatt wirklich die Probleme angehen zu dürfen und die Insel langfristig mit Wohlstand voranzubringen.“

Ob sich noch mehr Kandidaten entscheiden, die Flinte doch ins Korn zu werfen oder ob in letzter Minute vielleicht noch ein Überraschungskandidat um die Ecke kommt, wird sich bis Montagabend zeigen. Am Freitag, 31. Oktober, ab 18 Uhr tagt der Wahlausschuss: Dort werden dann alle tatsächlichen Kandidaten verkündet.

 

 


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