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„Die bleiche Hand im Biike-Haufen“: Krimiautorin Gisa Pauly ließ sich inspirieren

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

von
erstellt am 19.Feb.2014 | 11:30 Uhr

Gisa Pauly, Münster: „Nur ein einziges Mal war ich beim Biikebrennen dabei. Das war im Jahre 2008. Ich war auf der Insel, um einen Syltkrimi zu vollenden. Und dass ich, wenn ich auf Sylt bin, immer nach neuen Themen Ausschau halte, ist sowieso klar. Beim Biikebrennen hatte ich keine Eingebung erwartet, jedenfalls war ich nicht mit diesem Ziel losgezogen. Aber der Reiz des Unheimlichen kitzelte mich schon, während ich aus Wenningstedt herauslief und mich dem Menschenstrom anschloss, der zur Norddörferhalle zog. An diesem Abend sollte der Winter im Biikefeuer verbrannt werden? Lieber Himmel, die Sylter redeten anscheinend vom Ende des Winters, wenn man nicht mehr am Boden festfror. Mir war schrecklich kalt, der Gedanke an ein loderndes, wärmendes Feuer gefiel mir daher auch aus rein praktischen Gründen.

Die vielen Wachsfackeln erzeugten zwar noch keine Wärme, aber der Zug aus tausenden vibrierenden Flämmchen löste doch ein angenehmes Schaudern in mir aus. Der Gedanke, anschließend Grünkohl zu essen, übrigens auch. Da geht es mir wie meiner Protagonistin Mamma Carlotta: Grünkohl nur über meine Leiche! Apropos Leiche … in dem Moment, in dem der Ruf erscholl: „Tjen di Biiki ön!“ sah ich sie praktisch vor mir, die wachsbleiche Hand, die unter den Biikezweigen hervorsah. Okay, damit war die Geschichte noch nicht geschrieben, aber ich wusste schon, dass sie Ende Februar spielen würde. Und ich habe mich wirklich gefragt, ob vielleicht schon jemand auf die Idee gekommen ist, dass ein Mordopfer wunderbar im Biikefeuer zu beseitigen ist. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht in einer unglücklich verheirateten Ehefrau oder einem eifersüchtigen Rivalen einen schrecklichen Geistesblitz erzeugt …“

Gisa Pauly ist als Schriftstellerin für ihre Sylt-Krimis mit Protagonistin Mamma Carlotta bekannt

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