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Drogenkonsum : Dialogveranstaltung zum Thema Drogenkonsum von Jugendlichen auf Sylt

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Stellt der Drogenkonsum unter Jugendlichen auf Sylt ein größeres Problem dar als auf dem Festland? Dieser Frage will sich das BBZ widmen.

Ein Glas Prosecco zum Frühstück, ein Bier zum Mittagessen im Strandrestaurant und dann die Weißweinschorle am Nachmittag: Es ist schon auffällig, dass es auf Sylt auch tagsüber völlig gesellschaftsfähig ist, Alkohol zu trinken. „Da, wo ich herkomme, galten Menschen, die um elf Uhr ein Bierchen in der Öffentlichkeit tranken, als asozial“, sagt Jali Schneider vom Sylter Jugendzentrum (Juz), „hier auf der Insel dagegen ist das völlig selbstverständlich. Augenscheinlich erfolgreiche und gut gekleidete Menschen sitzen tagsüber in Restaurants und trinken. Das ist in den meisten Orten auf auf dem Festland anders, eine völlige Verschiebung der Realität, die die die Droge Alkohol völlig verharmlost.“ Vor allem seien diese Erwachsenen, meistens Urlauber, ein schlechtes Vorbild für alle Kinder und Jugendlichen, findet Jali Schneider.

 


Alkohol ist auf der Insel absolut gesellschaftsfähig


 

Auch Lars Schmidt empfindet den erheblichen Alkoholkonsum auf der Insel als bedenklich. „Alkohol ist auf der Insel bereits absolut gesellschaftsfähig“, sagt der Kommunalpolitiker besorgt, „ich bin mir sicher, dass ein Drittel hier säuft.“ Aber auch so gut wie alle anderen Drogen könnten auf der Insel – auch von Jugendlichen – mit Leichtigkeit beschafft werden, glaubt Schmidt. „Außer vielleicht Heroin. Das ist nicht mehr zeitgemäß.“ Laut Schmidt sei dieses Problem ein spezielles Problem der Insel. „Viele Kinder auf Sylt haben ja schon von Haus aus Geld“, sagt er, „dadurch fällt die sonst oft notwendige Beschaffungskriminalität hier fast vollständig weg.“

Wie spezifisch das Drogenproblem auf der Insel allerdings sei, dazu könnten sowohl Jali Schneider als auch Lars Schmidt keine Auskünfte geben. „Wir haben überhaupt keine konkreten Zahlen“, sagt Schneider, „und leider kann uns keiner so genau sagen, wie groß das Problem wirklich ist.“ Um sich dieser Frage einmal grundsätzlich zu widmen und um ein realistisches Gesamtbild entstehen zu lassen, ob der Drogenkonsum unter Jugendlichen auf der Insel ein größeres Problem darstellt als auf dem Festland, hat das Behandlungs- und Beratungszentrum Sylt (BBZ) am kommenden Donnerstag zu einer internen Dialogveranstaltung geladen. Jali Schneider erhofft sich von dieser Veranstaltung neue Impulse und Ideen. „Es ist schon wichtig, dass wir uns mal alle zusammensetzen, um uns einen Überblick verschaffen“, so Schneider. Man darf auf das Ergebnis also gespannt sein.

Bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse wollte sich auch Bernd Reinartz, neuer Vorsitzender des Vereins „Förderkreis zur Unterstützung der Prävention und Suchtberatung Sylt“, nicht äußern.

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 15.Sep.2015 | 06:50 Uhr

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