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Sylter Strandgut : Der zweite Frühling des Sitzballs

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Kolumne Strandgut erklärt Friederike Reußner, warum Sie Ihren alten Sitzball wieder aus der Abstellkammer holen sollten.

Entsafter, Tamagotchis oder diese kleinen, wackeligen Roller, auf denen sich zeitweise selbst gestandene Männer zur Arbeit schoben: Die Liste sinnloser Trendgeräte, die einst jeder haben musste und die jetzt ihre Existenz in feuchten Kellerecken fristen, ist beliebig verlängerbar. Auch vorm Büro, außer in großstädtischen Design-Agenturen eigentlich ausstattungstechnisch Hort konservativer Beständigkeit, macht vor einigen Jahren ein Trend nicht halt: der Sitzball. Türkis, lila oder im schlimmsten Fall fleischfarben sollten die wackeligen Teile die arbeitende Bevölkerung vermeintlich rückenfreundlich durch den Tag wippen lassen. Vielleicht ist es auch der Tatsache zu verdanken, dass wirklich jeder Sitzball-Sitzer dermaßen demütigend beknackt aussieht, dass auch dieser Trend irgendwann sein Ende fand. Doch nun könnte das gute Stück auf Sylt sein Comeback erleben: Als Strandtrampolin. Eine sportliche Nutzung, die bisher besonders männlichen Teenagern zusagt – der Sitzball wird bis zur Hälfte im Sand eingebuddelt, um dann möglichst akrobatisch auf ihm herum zu hopsen. Diese kreative Nutzung kann schon an mallorquinischen Stränden beobachtet werden, laut Internet-Recherche hüpft sogar schon halb Spanien auf ehemaligen Büro-Sitzbällen. Ein wenig dieser Lebensfreude könnten Sylts Strände doch auch vertragen. Sollte an Ihrem Arbeitsplatz also noch ein schlaffes Sitzball-Exemplar in der Abstellkammer lagern, sollten Sie ihn sich unter den Nagel reißen. Und dann ab an den Strand, hopsen. Gut für den Rücken ist das vielleicht nicht, zudem könnte die makellose Sandoberfläche leiden. Aber keine Sorge – auch der zweite Frühling des Sitzballs geht irgendwann vorbei.

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erstellt am 10.Mai.2014 | 14:53 Uhr

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