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SYLTER FAHRRADTEST : Der Wettkampf Motor gegen Muskeln

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

E-Bike versus Mountainbike: Zwei SR-Autorinnen starteten den Selbstversuch und radelten einmal von Nord nach Süd

Unsere Challenge lautet: E-Motor gegen Muskelkraft. Unsere Strecke: von List nach Hörnum. Da wir gar nicht so genau wissen, wie lange unsere Radtour einmal über die ganze Insel dauern wird, starten wir bereits am Morgen um 10 Uhr. Im Fahrradverleih holen wir die bestellten Räder ab, ein E-Fahrrad und ein Mountainbike. Schnell die Höhen angepasst, für Jana gibt es eine kurze Einführung in die Bedienung des Elektrorads und schon sind wir auf dem Weg.

Der Start auf dem E-Bike ist am Anfang recht gewöhnungsbedürftig. Kaum aufgesessen düst das Rad schon los, ohne dass groß in die Pedale getreten werden muss. „Das wird ein Spaß“, ruft Jana lachend. Doch auch das Mountainbike saust mit nur wenigen Tritten in die Pedale im großen Gang leicht los. Es geht raus aus List in Richtung Süden. Das E-Bike gibt ganz klar die Geschwindikeit vor. Für Mirjam heißt es: Mithalten.

Mit 23 Kilometern in der Stunde unterwegs

Wir fahren mit durchschnittlich 23 Kilometern pro Stunde und so schaffen es von List nach Kampen in einer halben Stunde. Von großer Anstrengung kann bei Jana auf ihrem E-Bike kaum die Rede sein. Eine leichte Tretbewegung ist zwar nötig, um vom Fleck zu kommen, aber der Motor leistet große Unterstützungsarbeit. Mit dem Mountainbike ist das ganze schon deutlich anstrengender. Der Gegenwind macht sich bemerkbar und als die Wanderdüne vor uns auftaucht, heißt es für mich: runter schalten und ordentlich in die Pedale treten. Das kann ja heiter werden! Als wir in Kampen ankommen, gibt es erstmal einen Kaffee und ein Wasser in der Sturmhaube. Durchatmen. Während Mirjam schon ein wenig in den Seilen hängt, sitzt Jana da taufrisch und drängt darauf, dass wir weiterfahren.

Wir schwingen uns auf die Räder. Mit dem typischen „sssst“ saust Jana auf ihrem E-Bike schon wieder voran. Mirjam hat aber nun der Ehrgeiz gepackt und klebt mit dem Mountainbike an ihrem Hinterreifen. Auf dem Weg durch die Dünen, immer mit dem Geruch der Heide in der Nase, kommen uns ganze Karawanen an Radfahrern entgegen. Wir scheinen die einzigen zu sein, die vom hohen Norden der Insel Richtung Süden fahren wollen.

Jeder bleibt bei der Radtour die meiste Zeit für sich, denn mit all dem Gegenverkehr haben wir nur selten die Gelegenheit, nebeneinander herzufahren und einen Plausch zu halten. In Wenningstedt wird es allmählich etwas voller auf dem Radweg. Und kurz vor Westerland ist es dann endgültig vorbei mit der Idylle. Auf dem Dünenweg sind ganze Trauben von Radfahrern und Fußgängern unterwegs. Fußgänger überqueren ohne zu Schauen den Radweg, Autos und Radfahrer müssen sich zeitweise die Straße teilen.

Vor der Redaktion der Sylter Rundschau machen wir einen kurzen Stopp. Jana flitzt in die Redaktion, um eine andere Kamera zu holen. Mirjam nutzt den Stopp, um mal wieder durchzuschnaufen – mit mittlerweile hochrotem Kopf vor Anstrengung. Nach einigen Minuten treten wir wieder in die Pedale. Schlängeln uns durch Radfahrer und Fußgänger. Erleichterung kommt auf, sobald es neben der L 24 weiter Richtung Süden geht. Jana nimmt auf dem E-Bike wieder ordentlich Tempo auf. Mirjam tritt fleißig in die Pedale um Mitzuhalten.

Kaum Gegenverkehr südlich von Westerland

Entlang der L 24 können wir entspannt nebeneinander herradeln, es ist kaum noch Gegenverkehr auf dem Radweg unterwegs. Ohnehin ist hier deutlich weniger los, als zwischen List und Westerland. Wir sausen durch Rantum, machen nur einen kurzen Stopp für ein Foto und für einen Schluck aus der Wasserflasche.

Bis nach Hörnum nehmen wir die Schotterpiste. Hier hat Mirjam mit dem Mountainbike tatsächlich mal einen Vorteil, die breiten Reifen gleiten viel besser über den Untergrund als die schmaleren des E-Bikes. Jana fährt vorsichtiger. Plötzlich macht Mirjam das Tempo. Es ist kaum noch Wind, dazu der schöne Blick aufs Watt, da fährt es sich zumindest kurzzeitig fast wie von selbst. Na ja, zumindest bis sich die Beinmuskulatur wieder meldet.

Hörnum taucht vor uns auf, nur noch ein kurzes Stück, dann stehen wir am Hörnumer Hafen. Wir sind da. Jana wirft einen Blick auf die Uhr. Zieht man die Pause ab, haben wir zweieinhalb Stunden bis zum Hörnumer Hafen gebraucht. Wir hatten gar nicht vor, zu rasen, das Tempo hat sich ganz automatisch durch das E-Bike ergeben.

Janas Fazit ist positiv: Bis auf die Schmerzen vom langen Sitzen und den Stressmomenten in Westerland war die Strecke überhaupt kein Problem mit dem E-Bike. Mit dem Mountainbike war die ganze Sache doch etwas anstrengender: Als Mirjam in Hörnum vom Rad steigt, oder besser gesagt rutscht, weil sie die Kraft verlässt, fühlen sich ihre Beine an wie Wackelpudding. Mirjam ist fix und fertig. Die Strecke würde sie auch ohne Motor jederzeit wieder fahren – nur vielleicht ein bisschen langsamer.

Wir holen uns einen Happen zu Essen und lassen die Beine über die Kante am Hafenbecken baumeln. Dann geht’s mit dem Bus zurück nach Westerland, die Fahrräder, die haben wir abholen lassen.

 

 

 

 

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