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Hafenschäden auf Sylt : Der Rost nagt am Hörnumer Hafen

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Nordsee hat ihre Spuren hinterlassen: Das Wasser- und Schifffahrtsamt will mit Reparaturen an den Spundwänden das Gefahrenpotenzial auf der Nord- und Südmole des Hörnumer Hafens klein halten.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Der Verkauf des Hörnumer Hafens auf Sylt zieht sich jetzt schon seit Jahren hin. Während dieser Zeit verschlechterte sich sein Zustand immer weiter und im Frühjahr dieses Jahres stellte das Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning (WSA) fest, dass die Schäden noch größer sind, als bisher angenommen. Die Stahlspundwände, die die Nord- und Südmole zu beiden Seiten begrenzen, weisen rostbedingte Löcher auf. Die letzte Grundinstandsetzung der Nord- und Südmole ist fast 40 Jahre her. Bevor der Bund den Hafen über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verkauft, soll jetzt zumindest das Gefahrenpotenzial minimiert werden. Denn: Durch die Löcher im Unterwasserbereich der Spundwänden kann das Wasser den Füllsand aus den Molen ziehen, was dazu führt, dass die Pflasterabdeckung der Molen absackt. Im schlimmsten Fall wäre dann das Anlegen von Schiffen, das Umschlagen von Waren und das Begehen durch Sylter und Gäste an der Nord- und Südmole nicht mehr möglich. Das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning (WSA) überprüft deshalb derzeit, wie groß der Schaden ist, damit Taucher die Löcher mit Metallplatten gegebenenfalls zuschweißen können. Erst dann können der Sand wieder aufgefüllt und die Pflastersteine richtig verlegt werden. In welchem Umfang Instandsetzungen nötig sind, will das WSA nach Auskunft von Sachbereichsleiter Traugott Hartkopf in absehbarer Zeit klären.

Eigentlich wäre eine Grundinstandsetzung nötig, bei der laut Wolfgang Stöck, Außenbezirksleiter des WSA, für mindestens fünf Millionen Euro neue Spundwände vor die alten Spundwände gesetzt werden. Diese Kosten soll eigentlich der Käufer des Hafens tragen. Das sei laut WSA den Kaufinteressenten auch bekannt. „Es geht uns nicht darum, Schrott zu verkaufen“, erklärt Bauingeneur Marco Bardenhagen. „Das Grundproblem liegt darin, dass der Hafen eigentlich schon lange hätte verkauft werden sollen und die Schäden seitdem natürlich immer weiter gewachsen sind.“ Natürlich könne es auch passieren, dass der Hafen jetzt repariert wird und sich trotzdem kein Käufer findet. „Aber bislang gehen wir noch davon aus, dass das alles klappt.“

Erste kleine Reparaturen hat das WSA bereits jetzt vorgenommen – allerdings nicht unterhalb der Wasserlinie, sondern an dem Teil der Spundwand, der etwa 1,80 Meter über den Gehweg auf der Nord- und Südmole hinausragt und Spaziergängern den ungehinderten Blick auf die Nordsee versperrt. „An zahlreichen Stellen ist diese Spundwand durchgerostet, dadurch sind scharfkantige Stellen entstanden, an denen sich Erwachsene und Kinder leicht die Hände aufschneiden können, wenn sie versuchen, über die Mauer auf das Meer zu blicken“, erklärt Wolfgang Stöck. Da Schilder oft nicht gelesen würden, habe man sich dazu entschieden, etwa 150 Metallplatten von rund 20 Zentimeter Länge über die betroffenen Stellen zu kleben. „Die Statik der Spundwand kann dadurch nicht verbessert werden. Es geht ausschließlich darum, dass sich die Gäste nicht verletzen.“

Die Spundwände nördlich und südlich der Hafeneinfahrt gewährleisten die Sicherung des Ufers, damit Schiffe im Hafen anlegen und Menschen auf den Molen laufen können. Ursprünglich wurde der Hörnumer Hafen zwischen 1936 und 1939 unter den Nationalsozialisten als strategischer Marinehafen gebaut. Seitdem wurde der Hafen 1974 einmal für zehn Millionen Mark grundlegend instand gesetzt. Die letzten Arbeiten an der Hafenanlage gab es 2004.

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