Konzerte auf Sylt : „Der Markt auf Sylt ist groß und bietet noch Lücken“

Am 4. August 2018 werden sie die Insel rocken: „Revolverheld“.
Am 4. August 2018 werden sie die Insel rocken: „Revolverheld“.

Im Interview spricht Event-Veranstalter Peter Kötting über Konzerte auf der Insel, Eintrittspreise und Helene Fischer.

shz.de von
02. Januar 2018, 05:33 Uhr

Er will Einheimischen wie Gästen in diesem Jahr kräftig einheizen: Der Sylter Event-Veranstalter Peter Kötting hat mit Revolverheld, Frida Gold und Vicky Leandros für 2018 bereits drei namhafte Acts verpflichtet, weitere Konzerte werden folgen. Unser Mitarbeiter Frank Deppe unterhielt sich mit Peter Kötting über die neue Veranstaltungsreihe, die sich auf Sylt dauerhaft profilieren will.

Will den Sylter Veranstaltungskalender bereichern: Event-Organisator Peter Kötting.
Deppe
Will den Sylter Veranstaltungskalender bereichern: Event-Organisator Peter Kötting.
 


Herr Kötting, viele Sylter erinnern sich sicherlich noch an die großen Konzerte mit Nena, Modern Talking, der Kelly Family, den Toten Hosen und den Ärzten, die Sie vor rund 15 Jahren im Flughafen-Hangar 401 veranstaltet haben. Geht es jetzt zurück zu diesen Wurzeln?

Das könnte man so sagen. Ein entscheidender Aspekt war es, dass meine Frau und ich seit drei Jahren fest auf Sylt wohnen. Seitdem schwebte mir vor, hier wieder Konzerte auf die Beine zu stellen.


Sie sind seit vielen Jahren als Event-Veranstalter in ganz Deutschland tätig und gerade von einer großen Tournee mit Helene Fischer zurückgekehrt. Wie sind Sie beruflich zum Event-Bereich gekommen?
Das war eher ein Zufall. Ich hatte in meiner Heimatstadt Dortmund Fußballschulen mit ehemaligen Borussia-Spielern veranstaltet. 1995 sprach mich dann unverhofft der Manager des Vereins an – ich könne doch gut organisieren, ob ich nicht die Meisterschaftsfeier von Borussia Dortmund planen wolle. Das war natürlich gleich ein großer Brocken. Aber es hat prima funktioniert und daraus hat sich dann alles weitere entwickelt.


Anders als Sie es in den großen Städten gewohnt sind, stehen auf Sylt ja keine großen Stadien oder Hallen zur Verfügung. Ist das ein Hemmschuh?

Natürlich schränkt das ein und schließt Auftritte der ganz großen Künstler aus. Dennoch lassen sich, wie man ja sieht, durchaus bekannte Namen verpflichten...


… für die der Name Sylt auch eine gewisse Zugkraft hat?
Sicherlich erleichtert das die Akquise und ich weiß, dass mancher seinen Auftritt gleich um ein paar Urlaubstage verlängern wird.


Ihre bis dato geplanten Konzerte werden im Alten Kursaal Westerland, im Congress-Centrum Westerland und auf dem Flughafen stattfinden. Eine dauerhafte Kombination?
Das kann ich mir absolut vorstellen. Denn diese Kombination ermöglicht zahlenmäßig eine große Bandbreite von 500 bis theoretisch 20 000 Besuchern in ganz unterschiedlichem Ambiente. Dass ich im Insel Sylt Tourismus-Service dabei einen starken Kooperationspartner gefunden habe, war ein Glücksfall...


… wie es ja sicherlich auch ein Glücksfall war, überhaupt eine Location für ein großes Open-air-Konzert zu finden.
Es ist in der Tat sehr schwierig, auf der Insel ein geeignetes Gelände zu finden. Das Vorfeld der Halle 28 jedoch ist optimal: Es ist eingezäunt, liegt zentral in der Inselmitte und doch etwas abseits, so dass keine Anwohner gestört werden.


In der Saison finden auf der Insel ja bereits zahlreiche Events statt. Braucht es da jetzt auch noch Konzerte?

Ich meine: Ja. Und das sehe ich nicht nur an die Zahl der bereits jetzt verkauften Tickets. Denn die Konzerte sind ein kleiner Baustein, um die Insel für junge Gäste attraktiver zu machen, was ja häufig gefordert wird. Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann, tue ich das gerne. Und dies nicht nur in der Position eines Veranstalters, sondern auch als jemand, der hier lebt, und für die touristische Entwicklung Sylts sensibilisiert ist. Dies tun Institutionen wie der Strategiekreis der Sylt Marketing Gesellschaft professionell und ich bringe mich dabei gerne ein.

Es wird 2018 auch eine Show mit dem bekannten Hunde-Experten Martin Rütter geben. Bedeutet das, dass Sie auch Angebote außerhalb der reinen Konzertveranstaltungen anbieten wollen?
Durchaus, wobei die klare Prämisse ist, keine Konkurrenz zu bestehenden Events aufzubauen. Dabei nehme ich auch gerne Anregungen auf – der Hinweis auf Martin Rütter etwa kam von einer Freundin.


Sie wollen also neue Felder bestellen?

Ja. Es gibt auf der Insel fraglos viele tolle Angebote. Aber der Markt ist groß und bietet noch Lücken.


Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler denn aus?
Bestehende Kontakte zu den verschiedenen Künstlermanagements sind schon mal von Vorteil. Und dann geht es natürlich um den Bekanntheitsgrad, die zeitliche Verfügbarkeit und natürlich auch um die Höhe des Gage, denn die Eintrittspreise sollen sich in einem zivilen Rahmen bewegen.


Der Kostenrahmen könnte durch Sponsoren etwas gedämpft werden...
…und daher bin ich bereits mit Brauereien, aber auch mit Sylter Unternehmen im Gespräch.


Wird es 2018 bei dem einen Open-air-Konzert mit Revolverheld bleiben?

Ich würde gerne noch ein zweites Konzert veranstalten, bin derzeit in Verhandlungen mit Künstlern. Bis Ende Januar müsste allerdings die Entscheidung fallen, sonst wird die Vorlaufphase zu knapp.


Nehmen wir an, Geld würde keinerlei Rolle spielen. Welche Acts würden Sie dann nach Ihrem ganz persönlichen Gusto nach Sylt holen?
Das wäre in der Tat zu schön, um wahr zu sein. Und wenn doch, dann würde ich die Sylter und ihre Gäste mit U 2, Bon Jovi, Bruce Springsteen und Helene Fischer überraschen.


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