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Kampener Künstlerhaus : Der Kampener "Fuchsbau" ist verkauft

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das ehemalige Wohn- und Atelierhaus von Anatol Buchholtz gehört nun einem Hamburger Geschäftsmann. Die Zukunft des Gebäudes ist unklar.

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erstellt am 27.Okt.2015 | 05:16 Uhr

„Ich will, dass dieses Haus nicht abgerissen wird, wie es in Kampen mit Häusern passiert, die wesentlich jünger sind als meins“, sagte Anatol Buchholtz 2010 gegenüber der Sylter Rundschau. Dass sich dieser Wunsch des vor vier Jahren verstorbenen Sylter Künstlers erfüllt, ist zur Zeit ungewiss: Sein Kampener Wohn- und Atelierhaus ist kürzlich verkauft worden.

Das teilte sein Halbbruder, Hans-Christoph Buchholtz, gestern mit. Er hatte nach dem Tod seines Bruders die „Stiftung für bildende Kunst und Baukultur-FUX“ gegründet, die begabte Kunststudenten mit Stipendien unterstützen und alle zwei Jahre einen Kunstpreis vergeben soll. Dafür aber reicht das Vermögen der Stiftung nicht aus. Deshalb habe man „bundesweit große Anstrengungen“ unternommen, um einen Zustifter zu finden, sagt Hans-Christoph Buchholtz, „um dieses einzigartige Haus zu erhalten und gleichzeitig den in der Satzung festgehaltenen Willen des Verstorbenen umzusetzen“. Diese Suche gestaltete sich allerdings erfolglos.

Nun hat die Stiftung das Haus an Hans-Werner Maas verkauft. Der Hamburger ist geschäftsführender Gesellschafter der Maas & Raffay Immobilienentwicklungs- und Management GmbH möchte den „Fuchsbau“ als Zweitwohnsitz nutzen. „Ich beschäftige mich schon lange Zeit mit jungen deutschen Künstlern und habe so auch Kontakt zur Stiftung erhalten“, sagte Maas gegenüber unserer Zeitung. „Ich kenne die Geschichte von Anatol Buchholtz sehr gut und bin der Ansicht, dass mit diesem Platz vernünftig umgegangen werden muss“, erläuterte er sein Kaufinteresse weiter. Nun lasse er feststellen, in welchem Zustand sich die Bausubstanz befinde. „Entweder muss das Gebäude dann komplett renoviert werden oder der Zustand ist so schlecht, dass dort ein neues Gebäude gebaut werden muss.“

Die Kunstwerke des langjährigen Sylter Künstlers befinden sich ohnehin nicht mehr in Kampen: Der Geschäftssitz der Stiftung ist nun bei Braunschweig angesiedelt. Die Stiftung begründet diesen Schritt unter anderem damit, dass Buchholtz in Niedersachsen seine Laufbahn als Künstler begonnen habe.

„Das ist alles sehr schade“, findet Kampens Bürgermeisterin Steffi Böhm. Es entspräche sicher nicht dem Wunsch Anatol Buchholtz’, dass seine Kunst nun nicht mehr in Kampen sei. „Ohne die Kunst fehlt dem Fuchsbau ohnehin seine Seele.“

Elke Harms, Ehrenvorsitzende der Sylter Kunstfreunde, würde es bedauern, wenn der „Fuchsbau“ aus der Sylter Kulturlandschaft verschwinden würde. Sie erinnert sich gut daran, wie sie dort gemeinsam mit anderen Sylter Künstlern gearbeitet hat.

Wann und was mit dem Kampener Künstlerhaus nun passieren wird, ist momentan also noch recht offen. Sollte Maas dort neu bauen wollen, muss er allerdings zunächst Gespräche mit der Kampener Losinteressentenschaft führen, der das Grundstück gehört. Sie hat Buchholtz das Grundstück über einen 99 Jahre laufenden Erbpachtvertrag verpachtet, der 2055 ausläuft. Dann würde das Grundstück zurück an die Losinteressentenschaft fallen, oder es müsse ein neuer Erbpachtvertrag geschlossen werden. Sollte sich nun die Gebäudegröße auf dem Grundstück ändern, so der Sprecher der Losinteressenschaft, würde sich auch der Erbpachtzins ändern. Bisher seien keine Gespräche mit Maas geführt worden.

 

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