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Philip Köster im Interview : „Der dritte WM–Titel ist mein Ziel“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wenige Tage vor dem Start des Windsurf World Cup auf Sylt spricht Doppelwindsurf-Weltmeister Philip Köster im Interview über die Bedingungen vor der Insel.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 06:10 Uhr

In nur wenigen Tagen, an diesem Freitag, beginnt der Windsurf World Cup Sylt. Zehn Tage lang kämpft die Weltelite in Westerland vor Hunderttausenden von Zuschauern um den prestigeträchtigen Sieg. Einer der Top-Favoriten ist der zweimalige Waveriding-Weltmeister Philip Köster, der 2012 die Königsdisziplin auf Sylt gewann. Im Interview berichtet der auf Gran Canaria lebende 20-jährige Ausnahme-Athlet über seine Entwicklung als Windsurfer, die anderen deutschen Wellenreiter, einen möglichen Triple Loop und die unberechenbaren Bedingungen vor Westerland.


Du giltst im Waveriding als bester Springer, gehörst mittlerweile aber auch beim Wellen abreiten zur absoluten Weltspitze.
Sprünge sind nach wie vor meine Leidenschaft. Es gibt nichts Schöneres, als meterhoch in der Luft über dem Meer zu schweben. Aber das Wellen abreiten macht mir mittlerweile auch viel Spaß und ich trainiere hart, um mich darin weiter zu verbessern. Außerdem geht es nicht so auf die Knochen wie die harten Landungen nach den hohen Sprüngen.

Am 15. September hat in Klitmöller der letzte Waveriding-Event vor dem Windsurf World Cup Sylt begonnen. An das „Cold Hawaii“ in Dänemark hast Du bestimmt gute Erinnerungen.
Ich habe in Klitmöller meinen ersten WM-Titel geholt und ihn hier ein Jahr später vorzeitig verteidigt. So was vergisst man, glaube ich, nie. Der Event passt auch gut in den Tourplan, da es eine Woche später mit dem World Cup auf Sylt weiter geht.

Dort bist Du 2011 und 2012 vor Tausenden von Zuschauern zum Weltmeister gekürt worden. Das war doch auch sehr eindrucksvoll?
Als Deutscher in seinem Heimatland zum Weltmeister gekürt zu werden und dann noch vor diesen unglaublich vielen Zuschauern, war etwas ganz Besonderes. Diese Begeisterung für das Windsurfen und diese Menschenmassen gibt es nur auf Sylt und nirgendwo anders auf der Welt.

Der World Cup Sylt ist aber wahrscheinlich für Dich abseits des Wassers der stressigste Event?
Ganz am Anfang war das vielleicht so, als alles für mich neu war, so wie die vielen Medienanfragen und die Autogrammwünsche der Leute. Aber daran habe ich mich gewöhnt und mache das inzwischen gern. Außerdem sind das insgesamt nur zehn Tage im Jahr, in denen das so ist. Bei den anderen World Cups geht es für mich wesentlich ruhiger zu.

Gibt es auf Sylt spezielle Orte, die Du in jedem Jahr aufsuchst so wie bestimmte Gaststätten? Oder ist das Meer sozusagen Deine Stammkneipe?
Ich habe keine Stammkneipe, denn ich gehe abends so gut wie nie weg. Auf Sylt bin ich meistens in meinem Appartement, wenn es keine Wettkämpfe gibt oder ich warte am Strand auf den Wind. Am liebsten bin ich auf dem Wasser, aber das ist nicht nur auf Sylt so.

Du hast 2012 in Westerland gewonnen und bist, da 2013 kein Wind war, Titelverteidiger. Die heimischen Fans erwarten einen erneuten Sieg von Dir.
Ein Erfolg auf Sylt bedeutet unheimlich viel. Hier vor diesem Riesen-Publikum die größte Windsurf-Veranstaltung der Welt zu gewinnen, ist für uns Fahrer das Größte. Aber das Revier ist auch extrem schwierig. Der Wind kommt aus verschiedenen Richtungen, die Wellen sind teilweise sehr hoch, aber unberechenbar. Es kostet unheimlich viel Kraft, sie abzureiten. Dazu kommen noch die Bunen, auf die man immer aufpassen muss. Und ich muss mich in jedem Jahr aufs Neue an die Kälte gewöhnen.

Es gibt nach Sylt noch drei Wave-Events in La Torche, auf Maui und in Chile? Dort ist mit Wind von rechts zu rechnen, was Dir nicht ganz so liegt.
La Torche und Chile kenne ich nicht, habe mir aber Videos angeschaut und alles im Kopf. Auf Maui war ich schon oft und weiß, was mich dort erwartet. Ich komme mittlerweile mit Wind von rechts gut klar und kann auch bei diesen Bedingungen meine Leistung abrufen. Trotzdem werde ich wahrscheinlich nie so gut sein wie bei Wind von links, den ich von Kindheit an auf Gran Canaria gewöhnt bin. Man kann diese Jahre nicht so schnell aufholen.

Am Ende der Saison steht dann Dein dritter WM-Titel?
Das ist mein Ziel und ein Sieg auf Sylt wäre ein großer Schritt in Richtung dritte Weltmeisterschaft.

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