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Sylter Rundschau

14. Dezember 2017 | 14:06 Uhr

Souvenirs von Sylt : Der diebische Hotelgast

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Von kleinen Kosmetikartikeln bis zu TV-Geräten reicht die Liste der von Gästen aus Hotelzimmern entwendeten Objekte. Eine Umfrage.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2014 | 13:05 Uhr

Sylt | Jeder, der schon einmal in einem Hotelzimmer übernachtet hat, kennt die Kosmetik- und Beauty-Produkte, die viele Hotels ihren Gästen bereitstellen. Auch in den meisten Sylter Hotels stehen den Gästen Kosmetik-Artikel zur Verfügung. Die Verlockung diese einfach einzustecken und zu behalten, ist zugegebener Maßen ziemlich groß. Eine Vielzahl der Hotelgäste kann dieser Versuchung auch nicht widerstehen. Das ist im Prinzip nichts Verwerfliches, da die Hotels den Gästen diese Produkte ja zur Verfügung stellen und den Verlust dieser sogar miteinkalkulieren. Dass einige Besucher aber ihren ganzen Koffer mit den Gratis-Produkten füllen, ist hingegen nicht im Interesse der Beherbergungsbetriebe. Ganz und gar nicht einverstanden sind sie, wenn die Gäste mehr mitnehmen, als kleine Seifenstücke, Shampoo oder einen Kleiderbügel. Doch genau dies passiert, denn manche Gäste nehmen weitaus wertvollere und größere Utensilien als „Goodie“ mit nach Hause. Die Hotels auf Sylt kennen diese Problematik auch, allerdings bleibt es hier zum Großteil bei entbehrlichen Gegenständen.

Aus diesem Anlass startete Wellness Heaven (einer der führenden Online Wellness-Guides in Europa) eine Umfrage zum Thema, welche Gegenstände den Hotels des Landes am häufigsten entwendet werden (hier geht es zur Studie). 711 Hotels haben sich an dieser Umfrage beteiligt. Daraus geht hervor, dass Handtücher und Bademäntel besonders heiß begehrt sind. Auch Dinge wie Kleiderbügel, Stifte und Bestecke sind hoch im Kurs. Manchen Gästen reicht das aber nicht und so kommt vor, dass selbst Lampen, Telefone, ja, sogar Fernseher werden aus Zimmern und Suiten entwendet werden.

Auf Nachfragen bei Sylter Hotels bekommt man aber eher beruhigende Auskunft über das diebische Verhalten von Gästen. So wird im Hotel Vier-Jahreszeiten in Westerland so gut wie nichts mitgenommen. Höchstens mal ein Kleiderbügel, ein Handtuch, aber auch schon mal ein Bademantel. Die Klauhemmung erklärt man sich dort mit der familiären Atmosphäre die im Haus herrscht .

Im A-Rosa Hotel in List ist es ähnlich. Hier werden auch nur Dinge mit genommen, die in die Tasche passen. Allerdings liegen dort in der Bibliothek und an der Bar Bücher aus, die gerne einmal mit eingesteckt werden.

Im Lindner Hotel entwenden die Gäste fast ausschließlich Kosmetikprodukte und andere Utensilien aus dem Bad. In einem weiteren Sylter Hotel kam es hingegen schon vor, dass ein besonders dreister Gast ein Bild aus dem öffentlichen Bereich des Hotels gestohlen hat. Im Hotel Miramar in Westerland geschah etwas ähnliches, nur das der Gast hier das Bild aus dem Rahmen schnitt, bevor er es mitnahm. „Es kam auch schon vor, dass Ehepartner an die Rezeption kamen und meldeten, welche Andenken ihre bessere Hälfte sich gerade einsteckt. Der aufrichtige Teil des Paares baten dann darum, die Gegenstände einfach auf die Rechnung zu schreiben,“ erklärt Nicolas Kreis, Geschäftsführer vom Miramar.

Erfreulicherweise wird aber deutlich, dass die Hotelgäste auf Sylt eher zurückhaltend sind und der Versuchung, etwas die eigene Tasche wandern zu lassen, größtenteils nicht erliegen.

Laut der Wellness-Heaven-Umfrage scheinen sich die Vorlieben der Hotelgäste von Land zu Land zu unterscheiden. Während die Deutschen eher Bademäntel, Handtücher und Kosmetik mitgehen lassen, bevorzugen die Österreicher zum Beispiel Geschirr und Kaffeemaschinen. Holländische Hotelgäste sind scheinbar praktisch veranlagt und nehmen am häufigsten Klopapier und Glühbirnen mit. In den Koffern der Italiener landen verhältnismäßig viele Weingläser. Etwas dicker tragen hingegen die Schweizer auf. Ihr beliebtestes Hotelandenken ist der Haarföhn. Glaubt man der Umfrage, dann ist niemand so dreist wie der französische Hotelgast. Keine Gäste anderer Nationen nehmen so häufig Fernsehgeräte und Fernbedienungen als Hotel-Souvenir mit nach Hause. Überhaupt ist es erschreckend, wie oft Hotelgäste in ganz Europa - und auch auf Sylt - Gegenstände von teilweise sehr hohem Wert ohne zu zögern aus den Hotelzimmern stehlen. Die Grenze zwischen Kavaliersdelikt und üblem Diebstahl ist schnell überschritten. Da aber jeder Hotelgast das Zimmer auf den eigenen Namen bucht, können Hotels die besonders habgierigen Gäste ohne Probleme anzeigen oder ihnen das Mitbringsel einfach auf die Rechnung schreiben.

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