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Sylter Strandgut : Der Blick zurück aufs Inseljahr

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Kolumne Strandgut macht sich Redaktionsleiter Jörg Christiansen Gedanken darüber, dass auf Sylt auch die absurdesten Dinge miteinander zusammen hängen.

von
erstellt am 28.Dez.2013 | 15:50 Uhr

In den letzten Jahren haben wir kurz vor Jahresende an dieser Stelle stets den Blick in die Kristallkugel gewagt, um zu erfahren, was das neue Jahr der Insel bringen wird. Da die meisten Prophezeiungen ohnehin nicht eingetroffen sind (ehrlich gesagt gab es keinen einzigen Treffer), befassen wir uns diesmal lieber mit dem abgelaufenen Jahr – da weiß man wenigstens, was man hat. Tauschen wir also die Kristallkugel gegen den Rückspiegel – und zwar den mit Spezialschliff für einen extra-klaren Blick. Und da zeigt sich schnell, dass nicht alles Gold war, was da glänzte, und selbst das Schlechte manchmal gute Seiten hat. Vor allem aber bekommt man beim Zurückblicken eine Ahnung davon, dass auf einer Insel irgendwie alles zusammenhängt.

Zum Beispiel das Ende der Geburtshilfe mit der Zentralisierung der Inselverwaltung: Zwar reicht die nun frei werdende Geburtsstation nicht, um einen Anbau am Rathaus zu ersetzen, das Runterfahren der Sylter Fortpflanzungsrate ist allerdings zwingende Voraussetzung, um auch ohne teuren Anbau die Verwaltung besser unterzubringen. Die Rechnung ist denkbar einfach: weniger Geburten = weniger Schulkinder = weniger Schulen = mehr Platz für Büros. Ohne die Abschiebung schwangerer Sylterinnen aufs Festland würden Eltern und Politik wahrscheinlich noch jahrelang um jede einzelne Schule kämpfen- ohne Kinder kann im Herbst 2014 mit dem Umbau der Nicolai-Schule begonnen werden.

Auch die dramatischen Abbrüche an der Hörnum Odde sind für die Insel nicht wirklich von Nachteil. Noch zwei, drei kräftige Orkanfluten und das Hörnum-Tief zwischen Sylt und Amrum ist so breit und tief, dass die Schiffe der Aida-Flotte im Hörnumer Hafen vor Anker gehen können. Durch die Hafengebühren nimmt der Bund so viel Geld ein, dass er den Syltern das Flughafendefizit erstattet und alle noch im Bundeseigentum befindliche Grundstücke zum Preis von einem Euro verkauft. Dank des Bundes haben die Gemeinden genug Grundstücke und dank explodierender Gewerbesteuereinnahmen (wegen der Kreuzfahrer) genug Geld, um 2138 Wohnungen zu bauen. Leider finden sie nicht genug Mieter, weil es nur noch eine Grundschule gibt.

Man sieht: Langweilig war 2013 nicht. Der Dank der Redaktion gilt der Asklepios Nordseeklinik, allen Kommunalpolitikern von Hörnum bis List sowie Christian und Xaver.

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