Der Bibliothekar mag’s sportlich

Bibliothekar Jan-Christian Sangkuhl.
Bibliothekar Jan-Christian Sangkuhl.

Golfen oder aufs Wasser: In der Serie „Meine Woche auf Sylt“ erzählt Jan-Christian Sangkuhl, was er diese Woche gern machen würde

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31. Mai 2015, 18:47 Uhr

Im Frühling und Sommer locken zahlreiche Veranstaltungen Gäste und Insulaner vor die Haustür. Bei den vielfältigen und täglich neuen Angeboten kann man jedoch schnell mal den Überblick verlieren. In unserer neuen Serie „Meine Woche auf Sylt“ erzählen uns Insulaner, welche Locations und Veranstaltungen sie persönlich empfehlen können. Heute sagt uns Jan-Christian Sangkuhl (48), Leiter der Sylt Bibliothek, was man diese Woche auf keinen Fall verpassen sollte.
Hätte Jan-Christian Sangkuhl in dieser Woche Urlaub, würde man ihn am Montag statt in die Westerländer Bibliothek, am Strand beim sogenannten Bodyboarding treffen. Bei diesem Wassersport liegt der Sportler bäuchlings auf einem kleinen Brett und paddelt mit speziellen Flossen in die Welle, sagt der Leiter der Bücherei. „Das ist viel leichter als Wellenreiten.“ Nach der kräftezehrenden Wassertour würde er in der Badezeit zu Mittag essen.

Seit rund zwei Jahren lebt Jan-Christian Sangkuhl auf Sylt. Unter der Woche ist er auf der Insel, die Wochenenden verbringt er bei seiner Frau und der 17-Jährigen Tochter auf dem Festland in seinem Haus bei Rendsburg. „Oder die Frauen kommen auf die Insel“, sagt der studierte Bibliothekar, der vorher in Flensburg und Hamburg gewohnt hat. Mit der Insel beschäftigt er sich nicht nur aktiv auf dem Wasser, sondern auch literarisch: „Sylt Stories“ von Antje Joel ist sein liebstes Sylt-Buch – besonders die Fotos aus den 60er und 90er Jahren von Robert Lebeck gefallen ihm sehr gut. Auf dem Nachttisch des Buchliebhabers liegt zudem gerade der Roman „Das Aquarium“ von Thommie Bayer, „eine Liebesgeschichte, die mit zwei Schicksalsschlägen verbunden ist“, fasst Sangkuhl den Inhalt zusammen. Bei der Beratung der Kunden in der Bibliothek halte er sich aber eher zurück: „Die Leser wollen meist selbst bestimmen, was sie lesen, wenn sie hierher kommen“, sagt er.

Als begeisterter Rennradfahrer würde er am Dienstag gern nach List radeln, um dort im Restaurant „La Perla“ einzukehren. Der sportliche Mann hat schon verschiedene Disziplinen durchprobiert: Nach 20 Jahren intensivem Golfen und Fußballspielen, will er sich in den kommenden 20 Jahren auf den Wassersport konzentrieren. Parallel ginge das alles nicht, denn: „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig“, sagt der 48-jährige, dessen berufliches Vorbild eine Frau ist: Bei der Bibliothekswissenschaftlerin Birgit Dankert hat er studiert. Noch heute stehe er in engem Kontakt zu seiner Mentorin, die unter anderem Rezensionen für die Wochenzeitung „Die Zeit“ schreibt. Als großer Sylt-Fan besuche ihn die 71-Jährige gelegentlich auch auf der Insel.

Am Mittwoch geht zu einer kleinen Runde in den Golf-Club Sylt. „Die haben einen fantastischen neun-Loch Kurzplatz mit allen Elementen, dort habe ich früher immer trainiert“, erzählt der Hobby-Golfer. Am Abend empfiehlt Sangkuhl ein Konzert mit Oliver Strempler, der um 19.30 Uhr in der Friesenkapelle auftritt und Lieder aus dem Lebenswerk von Johnny Cash interpretieren will.

Am Donnerstag wird es wieder sportlich: Für eine runde Krafttraining oder Yoga will Jan-Christian Sangkuhl in sein Sylter Fitness-Studio gehen. In einer normalen Arbeitswoche verbringe er fast jeden Abend dort, erzählt der braungebrannte Mann.

Eine weitere runde Golf plant der Sylter am Freitag: Dieses Mal allerdings auf dem 18-Loch Platz des Hotel Budersand. Nach dem Spiel sitze er gern auf der zugehörigen Terrasse. „Von dort hat man ein einen tollen Blick über den ganzen Platz und das Wattenmeer“, schwärmt der Sportler.

Das Wochenende steht im Zeichen der Entspannung: Am Sonnabend möchte der aktive Mann in der Saunalandschaft der Sylter Welle den „Meerwasserpool und Aufgüsse mit Blick auf das Meer genießen“. Am Abend will der Bibliothekar nochmal losziehen, um Hörnum bei Nacht zu erleben. Bei einer Strand-und Dünenführung kann man dann die Inselküste im Dunklen mit allen Sinnen erleben. Für den Sonntag nimmt er sich nichts vor: „Vielleicht ein bisschen lesen und eine Runde am Strand gehen“, sagt Sangkuhl und schließt daran an: „Ich bin gern allein und versuche Menschenmengen zu meiden, wenn ich kann“.


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