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Miris Sylt : Der alljährliche Panikausbruch

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In ihrer Wochenend-Kolumne berichtet SR-Autorin Miriam Köthe von ihrem Jahreswechsel auf Sylt. Ihr ganz persönlicher Höhepunkt war diesmal ein rekordverdächtiger Silvestereinkauf...

Da ist es also, das neue Sylt-Jahr. Das mit dem Jahrhundertsommer, der pünktlichen NOB und den ausbleibenden Naturkatastrophen. Es war wieder einmal schön, hier ins neue Jahr zu starten, wobei es für mich trotz eines ausgeklügelten Plans und jahrelanger Silvestererfahrung fast nicht dazu gekommen wäre.

 

Grund war ein Spaziergang am Silvestertag durch Keitum. Der Gurtstig glich der A7, und zwar dem Teilstück über die Rader-Hochbrücke, als auf dieser im vergangenen Jahr monatelang eine Fahrspur gesperrt war. Nein, das ist wahrlich nicht übertrieben. Spätestens jetzt weiß ich, was mit dem Begriff Völkerwanderung tatsächlich gemeint ist. Und dabei fand ich meine Idee echt spitze: „Lass uns heute lieber nicht nach Westerland fahren, da ist es bestimmt ordentlich voll“. Das haben alle andere Gäste offenkundig auch gedacht und stattdessen als Ziel ebenso Keitum gewählt.

Wer am Ortseingang keinen Parkplatz mehr ergattern konnte (ich habe übrigens noch nie erlebt, dass dort nicht eine einzige Parkbucht mehr frei war), der hat schlicht und ergreifend einfach irgendwo im Ort mitten auf’m Bürgersteig geparkt, frei nach dem Motto: Hauptsache, der Wagen steht. Ich finde die engen, verwinkelten Keitumer Straßen ja wirklich wunderschön, aber an Silvester hat man schon gemerkt, dass sie für zwei entgegenkommende Geländewagen nur bedingt geeignet sind. Vor allem dann, wenn auf dem schmalen Bürgersteig Familien mit Kindern und Hunden unterwegs sind. Eine junge Mutter rief mir irgendwann lachend zu: „Ich bin kurz davor, mich durch die Vorgärten zu schlagen.“ Na ja, so schlimm war es nun auch nicht.

Und genug Muße fürs Shopping-Vergnügen war in den meisten Fällen anscheinend auch noch vorhanden. In einigen Läden war es so voll, dass man erstmal warten musste, bis fünf Kunden das Geschäft verlassen hatten, um überhaupt eintreten zu können. Und dabei weiß doch inzwischen jeder, dass die roten %-Schilder an den Schaufensterscheiben erst nach Neujahr so richtig gelten...

Ansonsten empfinde ich den allgemeinen Sylter-Jahreswechsel mittlerweile als planbar. Man lernt mit den Jahren ja ordentlich dazu. Damals war ich zum Beispiel mal direkt am Silvestertag mittags in einem großen Supermarkt in Westerland einkaufen. Ein fataler Fehler. Ich verließ den Laden nach über anderthalb Stunden (davon waren alleine 30 Minuten Wartezeit am Fleischtresen, weshalb ich mir die Käsetheke dann erspart habe) hinkend mit einer schmerzenden Achillessehne (mir wurde gleich zweimal ein Einkaufswagen in die selbe Hacke geschoben), um dann auf’m Parkplatz feststellen zu müssen, dass mich jemand eingeparkt hatte.

Dieses Mal habe ich alles raffiniert durchdacht, um dem Stress aus dem Weg zu gehen. Ich habe bereits am 30.12. eingekauft (eine irre Idee, oder?!) - und zwar mit Carsten als praktischer Einkaufshilfe, das Ganze bereits mit Geschäftsöffnung morgens um 8 Uhr. Dazu gab’s eine klare Aufteilung. Carstens Auftrag hieß „Getränkeabteilung“, während ich sofort in Richtung Fleischtresen abgeschoben, nein, ich korrigiere mich, gerannt bin. Übrigens mit circa 20 anderen Kundinnen. Wir haben den Einkauf tatsächlich in einer Rekordzeit erledigt - inklusive einladen und verlassen des Parkplatzes. Sollte es jemals ein Sylter „Guiness-Buch der Rekorde“ geben, erbitte ich folgenden Eintrag: schnellster Insel-Silvestereinkauf inklusive Fleisch-, Käsetresen und Getänkeabteilung ohne physische und psychische Schäden: 34 Minuten. Aufgestellt von Miriam und Carsten Köthe.

 

 

Jeden Sonnabend beschreibt Miriam Köthe exklusiv für die Sylter Rundschau, was ihr auf Sylt so auffällt und gefällt. Die Kieler Journalistin besucht mit ihrem Mann, dem R.SH-Morningman Carsten Köthe, in jeder freien Minute die Insel.

 

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erstellt am 04.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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