Vogelkoje Kampen : Deichfuß wird saniert

Vertreter der beteiligten Institutionen und die Geldgeber machten sich ein Bild von den Deichbaumaßnahmen.
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Vertreter der beteiligten Institutionen und die Geldgeber machten sich ein Bild von den Deichbaumaßnahmen.

Der Außendeich der Vogelkoje wird saniert, die Kosten liegen bei 120.000 Euro, Arbeiten werden wohl zwei Monate dauern.

shz.de von
24. Juni 2014, 06:00 Uhr

Zwei Monate lang werden die Arbeiten am Außendeich der Vogelkoje Kampen wohl dauern, schätzt Manfred Uekermann, Vorsitzender des Landschaftszweckverbandes. Laut Sven Lappoehn, Geschäftsführer der Söl’ring Foriining, wird die Maßnahme zirka 120 000 Euro kosten.

Gestern machten sich Vertreter verschiedener Insel-Institutionen und Geldgeber ein Bild von der Deichfußsanierung. Da der Kojendeich eine private Küstenschutzanlage ist und kein Landesschutzdeich, muss die Söl’ring Foriining für die Kosten aufkommen. Die Gemeinde Kampen, die Losinteressentenschaft Kampen, Familie Rose (Eigentümer des Restaurants Vogelkoje), die Stiftung Küstenschutz und der Landschaftszweckverband übernehmen einen Großteil der Kosten. „Wir sammeln noch Spenden, haben aber dank der Sponsoren auch schon einiges zusammen – knapp 100 000 Euro“, freut sich Sven Lappoehn. Ein Novum ist das Engagement der Stiftung Küstenschutz: Erstmals werden Zinserträge aus dem Stiftungsvermögen direkt für eine Küstenschutzmaßnahme auf der Insel eingesetzt, betont Claas-Erik Johannsen, stellvertretender Vorsitzender der Söl’ring Foriining.

Er dankte dem Landschaftszweckverband außerdem für die Zusammenarbeit. Dieser koordiniert die Planung und die Umsetzung der Arbeiten. „Wir haben keine Steine in den Weg gelegt bekommen, im Gegenteil“, erklärt Manfred Uekermann. Die Basaltsteine, die für die Befestigung des Bauwerks verwendet werden, kommen vom Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN).

Die Krone des Deiches war Anfang der 90er Jahre erhöht und verstärkt worden, nachdem der Deich immer wieder überspült worden war. Jetzt ist der Deichfuß dran. Auf knapp einem Kilometer Länge legt ein Bagger die alten Holzpfähle frei, die teilweise komplett weg gegammelt sind. Außerdem muss jede Menge Sand weggeschaufelt werden, der anschließend durch Lehmboden ersetzt wird, der eine bessere Standfestigkeit bietet. Außerdem sollen Keilfalzplatten den Deichfuß verstärken. Zirka 1,50 Meter muss in die Tiefe gegangen werden, um eine ordentliche Stabilität zu gewährleisten. „Wir hatten bei Xaver hohe Wasserstände und auch Wellenschlag an den Deich“, warf Manfred Uekermann einen Blick auf den letzten Orkan im Dezember 2013. Auch deshalb sei die Maßnahme jetzt erforderlich. Mit einer Bauzeit von ein bis zwei Monaten, schützt das Bauwerk dann bereits in der nächsten Sturmsaison die Vogelkoje vor Überschwemmungen.
 

Die Kampener Vogelkoje steht in diesem Jahr im Fokus der Vereinsarbeit der Söl’ring Foriining. Sie wird als museale Einrichtung genutzt. Ein Teil der alten Fanganlage ist nach historischem Vorbild 1988 neu aufgebaut und 2011/2012 unter anderem mit Mitteln der Aktiv Region Uthlande und in Projektträgerschaft des Landschaftszweckverbandes Sylt restauriert worden. Die Vogelkoje fungiert außerdem seit den 1930er Jahren auch als Naturschutzgebiet. Die neuen Ausstellungen in den Kojenhäusern, die im Spätsommer 2014 eröffnet werden, stellen diese Themenkomplexe dar. Darüber hinaus lassen sich die Aspekte der Küstenschutzarbeit in der Söl’ring Foriining an der Kampener Vogelkoje gut erklären und erfahren.

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